Seelbach Wer ist die neue Katharina?

Lange wurde in Seelbach nach einer neuen Katharina gesucht. Nun hat die Gemeinde aber bestätigt: Sie wurde gefunden. Wer sie ist, wird aber nicht verraten. Erst am Katharinenmarkt selbst wird Seelbachs größtes Geheimnis gelüftet.

Seelbach. Auf dem Internetauftritt der Gemeinde Seelbach wird im Stunden-, Minuten- und Sekundentakt bereits die Zeit bis zum nächsten Katharinenmarkt heruntergezählt. 16 Tage trennen die Seelbacher vom Höhepunkt ihres Kalenderjahres. Traditionell soll am ersten Markttag dann auch die neue Katharina vorgestellt werden.

Gerüchten in Seelbach zufolge, hatte sich in diesem Jahr aber niemand auf das Amt der Katharina beworben. Diesen Gerücht macht die Gemeinde nun nach Nachfrage der LZ ein Ende. "Auf Gerüchte in Seelbach geben wir nichts. Wir haben eine Katharina", heißt es aus dem Rathaus. Über alles weitere wird aber noch vehement geschwiegen. So weiß man weder, wie alt die neue Katharina ist, noch woher sie kommt, geschweige denn ihren Namen.

Bewerberinnen müssen nicht zwingend aus Seelbach kommen

Zumindest kann man annehmen, dass die Zukünftige mindestens 16 Jahre alt ist, dieses Mindestalter müssen Bewerberinnen nämlich vorweisen.

Beim Wohnort ist das Rätselraten dann aber doch etwas größer. Bewerberinnen müssen nämlich nicht explizit aus den Orten Seelbach, Wittelbach oder Schönberg stammen. Wichtiger sei die Verbundenheit zum Katharinenmarkt und Seelbach. Bekanntlich kamen die meisten bisherigen Katharinas zwar aus der Gemeinde Seelbach, Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Sandra Wiesenfarth, Katharina 2014, stammte beispielsweise aus Lahr.

In diesem Jahr scheint es allerdings schwieriger gewesen sein, eine Katharina zu finden. Noch vor kurzem hingen überall in der Gemeinde die Plakate aus. "Katharian gesucht" war darauf zu lesen. Die zukünftige Repräsentantin der Gemeinde hat sich anscheinend erst spät für das Amt beworben. Nun wurden die Plakate aber abgehängt: Die Katharina ist gefunden. Wie sie aber heißt, woher sie kommt und wie alt sie ist, wird nun noch 16 Tage geheim bleiben, welche Aufgaben sie in den nächsten Monaten zu absolviern hat, steht aber bereits jetzt fest.

Die wichtigste Aufgabe bestehe im Repräsentieren der Gemeinde – natürlich insbesondere an den drei Tagen, an denen der Katharinenmarkt stattfindet.

Tradition des Katharinenmarkts besteht seit 1455

Neben Rundgängen über das Marktgelände steht außerdem die Teilnahme am Katharinenmarkt-Wurstessen am Montag, 25. November, auf dem Programm.

Und nach den Markttagen ist noch nicht Schluss: Ein Jahr lang repräsentiert sie dann die Gemeinde bei diversen Veranstaltungen, wie dem Neujahrsempfang, dem Burgfest, den Freilichtspielne, den Senioren-Café und bei weiteren Veranstaltungen, heißt es auf Nachfrage bei der Gemeinde.

Die neue Katharina wird die zehnte Frau sein, die Seelbach für ein Jahr repräsentieren wird. Seit 2010 wird jährlich im Herbst zum Katharinenmarkt eine Katharina gekürt. Die Tradition des Markts besteht aber schon viel länger. Im Jahr 1455 erhielt Seelbach zum Namenstag der heiligen Katharina von Alexandrien das Marktrecht.

Zum 555. Bestehen dieses Marktrechts im Jahr 2010 entstand dann die Idee, die "Katharina" hervorzuheben, zu feiern und zu wählen.

16 Tage müssen sich die Seelbacher noch gedulden. Dann startet am 23. November, der 564. "Kätterlismarkt". Und dann wissen die Seelbacher endlich auch, wer die Katharina 2019/2020 sein wird.

Mit dem Antritt der neuen Katharina endet auch die Amtszeit der bisherigen Amtsträgerin, Johanna Schäfer. Siewar mit 18 Jahren bei Amtsantritt die jüngste Katharina, die es je gab. "Wenn ich 18 bin, möchte ich die Katharina sein." Diesen Entschluss fasste Johanna Schäfer an ihrem 16. Geburtstag. Zwei Jahre später stand sie zum Auftakt des "Kätterlismärkts" am Wochenende im Kostüm auf der Treppe im Klostergarten. An ihrer Seite stand Bürgermeister Thomas Schäfer, ihr Vater. Die Wahl zur Katharina ist aber ihr eigener Verdienst, stellt sie bei einem Gespräch zwei Tage nach Ende des Katharinenmarkts im vergangenen Jahr klar. "Ich wusste, was auf mich zukommt." Da sie des Öfteren mit dem Vater auf Veranstaltungen gewesen ist, hielt sich ihre Aufregung beim ersten Auftritt auch in Grenzen.

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