Seelbach "Wald hat schwer zu kämpfen"

Seelbach. Die Zahlen stimmen bei der Bewirtschaftung des Seelbacher Gemeindewalds. Dies ist bei der Gemeinderatssitzung am Montag deutlich geworden. 2017 wurde ein Überschüss von rund 30 000 Euro erwirtschaftet, die Prognose sieht für 2018 einen Überschuss von 27 000 Euro. Doch die Zahlen, das haben Forstbezirksleiter Hans-Georg Pfüller und Revierleiter Hans-Jörg Fries sehr deutlich gemacht, sollen nicht über die Probleme im Gemeindewald hinwegtäuschen. Deshalb fällt die Rechnung für das laufende Jahr vorsichtiger aus. Fries geht von einem Überschuss von 500 Euro aus.

Bürgermeister Thomas Schäfer sagte mit Blick auf die Trockenheit und die Borkenkäfer-Problematik, dass der Wald schwer zu kämpfen habe. "Er ist eines unserer höchsten Güter."

Pfüller ging in seinem Vortrag auf die Entwicklung der vergangenen Jahre ein und gab auch einen Ausblick für den Gemeindewald, der zu 73 Prozent aus Nadelbäumen und zu 27 Prozent aus Laubbäumen besteht. Wie geplant seien in den Jahren 2017 und 2018 jeweils rund 1750 Festmeter eingeschlagen worden. Der Holzmarkt sei nach einer guten wirtschaftlichen Lage 2017 im folgenden Jahr eingebrochen, besonders beim Nadelholz. Dies hänge mit einem Überangebot von Sturmholz und der Ausbreitung des Borkenkäfers zusammen. Erschwerend hinzu kam 2018 die extreme Trockenheit. "Die Folgeschäden werden nicht ausbleiben", so Pfüller.

In diesem Jahr sei der Lage am Nadelholzmarkt angespannt. Für die Entwicklung des Waldes wichtig werde die Wasserversorgung im Winter und im Frühjahr sein. "Noch ist es sehr trocken im Wald", sagte Fries. Das führt bei den Bäumen zu einer Stresssituation, nach der sie anfälliger für die Käfer sind. Eine Prognose für die weitere Entwicklung sei auch deshalb nur schwer abzugeben. Beide sagten, dass man in diesem Jahr sehr flexibel an die Einschläge herangehen müsse, auch wenn erneut rund 1750 Festmeter geplant sind. "Wir werden auf Sicht fahren", so Fries.

Die aktuelle Lage wird auch bei der Forsteinrichtungserneuerung eine Rolle spielen, die dieses Jahr ansteht und von der Forstdirektion zusammen mit Fries für die Jahre 2020 bis 2029 erstellt wird. Darin wird festgehalten, wieviel Holz etwa jedes Jahr geschlagen und was gepflanzt werden soll. Der Gemeinderat könne dabei auch eine Richtung vorgeben. Fries möchte dabei einen ökologischen, "klimastabilen" Weg einschlagen, auch wenn dies zu kurzfristigen wirtschaftlichen Einbußen führe.

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