Seelbach Vorfreude auf eine Quälerei

Beim Ironman in Hawaii zu starten, dem wichtigsten und härtesten Triathlon der Welt, ist für viele Triathleten ein Traum. Für den gebürtigen Seelbacher Jochen Burkart wird er am 12. Oktober wahr.

Seelbach/Heiligenzell. Bereits im Juni konnte sich der passionierte Ausdauersportler beim Frankfurter Ironman für Hawaii und damit für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Als Neunter in seiner Altersklasse (AK 45) bewältigte er die 3,8 Kilometer Schwimmen, 185 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Marathon in 10:05 Stunden. Eine unglaubliche Leistung, wo doch die Temperaturen während des Wettkampfes in Frankfurt im Juni fast auf 40 Grad anstiegen.

Für Burkart, der seit acht Jahren als Lehrer am Gerolds­ecker Bildungszentrum in Seelbach Sport und Technik unterrichtet, ist es bereits die dritte Qualifikation für den Ironman. Doch berufliche und private Gründe hatten in den letzten Jahren seine Teilnahme verhindert. Umso mehr freut sich der zweifache Familienvater, dass es diesmal klappt. So kann er nun stolz die begehrte, anthrazitfarbene Teilnehmer-Medaille für Hawaii 2019 sein eigen nennen, welche die Annahme des Startplatzes offiziell besiegelt. Ganz besonders dankbar ist er seinem Chef, Schulleiter Daniel Janka, der ihm dafür im laufendem Schulbetrieb Sonderurlaub gewährt. "Das ist nicht selbstverständlich", betont Burkart.

Aufgewachsen in einer sportbegeisterten Familie

Seit 2003, als ihm ein Freund aus dem Sportstudium die Sportart schmackhaft gemacht hat, war er immer wieder bei Triathlon-Wettkämpfen mit sehr guten Zeiten erfolgreich. Doch begonnen hatte die aktive sportliche Laufbahn schon während der Jugendzeit beim Skiclub Seelbach. Im Umfeld seiner sportbegeisterten Familie mit seinen Eltern Brigitte und Peter und den ebenso engagierten Brüdern Holger und Thorsten schaffte es der talentierte Athlet bis in die Jugendnationalmannschaft im Skilanglauf. Es folgten Jahre in der Sportfördergruppe für Skilanglauf in Mittenwald. "Sport hat immer schon eine große Rolle in unserer Familie gespielt", erzählt Burkart begeistert.

Die Vorbereitungen auf den großen Wettkampf auf Hawaii fallen besonders ins Gewicht. Während für Burkart vor Monaten noch 25 Kilometer-Läufe und über vierstündiges Radfahren auf dem Trainingsplan standen, ging es in den letzten Wochen hauptsächlich darum, Kräfte zu sammeln und die Form zu halten. "Es wird dann immer weniger trainiert, dafür mit höherem Tempo", erklärt er.

Die Vorbereitungen auf einen Triathlon seien immer mit hohem zeitlichem Aufwand verbunden, betont Burkart. "Ohne den Rückhalt, den mir meine Frau und meine beiden Kinder bieten, wäre das Ganze gar nicht möglich", sagt der passionierte Sportler, der seit einigen Jahren mit seiner Familie in Heiligenzell wohnt. Seine Beweggründe und Motivation seien in erster Linie die große Freude, die ihm dieser Sport bereite.

Konkrete Ziele hat er sich für Hawaii nicht gesetzt. "Ich versuche, meine bestmögliche Leistung abzugeben und mich nicht unter Druck zu setzen." Viele Faktoren wie die Hitze, der starke Wind und das kräftezehrende Schwimmen im offenen Meer würden eine große Rolle spielen, erklärt er. "Doch das großartige Gefühl beim Zieleinlauf, wenn sich die viele Mühe und Arbeit gelohnt haben, kann man sich einfach nirgendwo kaufen", betont er mit leuchtenden Augen.

An diesem Freitag hat Burkart, begleitet von seinem Freund Thomas Erb sowie dem erfahrenen Ironman Athleten Fabian Hornstein, das große Abenteuer mit dem Flug nach Hawaii gestartet.

Unter den mehr als 2000 Teilnehmern aus etwa 50 Ländern beim Ironman World auf Hawaii sind 279 Triathleten und 54 Triathletinnen aus Deutschland. Die ARD wird am Samstag, 12. Oktober, von 23.55 bis 3.45 Uhr am Sonntagmorgen live übertragen. Der komplette Wettkampf ist ab 18.15 Uhr im Livestream auf sportschau.de zu sehen.

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