Seelbach Teilnehmer müssen vorsichtig sein

Bei dem alten Brauch geht es darum, ein Ei möglichst weit einen Abhang hinunterrollen zu lassen, ohne dass es beschädigt wird. Foto: Kiryakova

Seelbach (bau) - Den Brauch des "Eierkugelns" hatte es in den vergangenen zehn Jahren in Seelbach nicht mehr gegeben. Das hat sich nun geändert, hat doch der Radfahrverein am Sonntag diese Tradition am Schützenhaus ­wieder aufleben lassen. Ein Dutzend Kinder und etwas mehr Erwachsene hatten mit dem Spiel sichtlich Spaß.

 

Die Mitspieler lassen Eier – ganz sachte – einen Hang hinunterrollen. Gewonnen hat derjenige, dessen Ei am weitesten rollt und dabei heil bleibt. Das Eierkugeln oder Eierrollen stammt nicht nur aus dem Bayerischen, wo der Brauch um Ostern herum als "Oarscheibn" bekannt ist. Die Sorben nennen das Spiel "Jejkakulenje", die Brandenburger sprechen von "Eiertrudeln". Kinder von begüterten Familien ließen früher Eier einen Abhang hinunterrollen, wo sie von Ärmeren aufgefangen wurden. Später wurde daraus ein Spaß für alle Kinder.

Am Schützenhaus durfte der Jüngste, Noah (vier Jahre) das erste Ei rollen lassen. Das Ei überstand die Prozedur. Die Eier waren in weiser Voraussicht alle hartgekocht. Etliche der Kugeln gingen dennoch später zu Bruch, die Schalen bekamen Risse.

Die Entscheidung um den Sieg war eng. Paula (14) und Moritz (12) wurden Erste beziehungsweise Zweiter. Die Erwachsenen versuchten dann auch ihr Glück mit wechselndem Erfolg.

Julius Stulz, der Vorsitzende, hatte auf der vergangenen Hauptversammlung angeregt, dass man diesen Brauch, an den er sich noch als Kind erinnerte, wieder einführen sollte. Das ist gelungen.

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