Seelbach Syrische Familie gut integriert

Die beiden älteren Kinder der Familie Ali, Jala (links) und Jandor (Mitte), sprechen bereits sehr gut Deutsch. Der kleine Schiar wurde in Seelbach geboren. Foto: Zlatka Kiryakova

Seelbach - In der Gemeinde Seelbach leben zurzeit 50 Flüchtlinge. Um herauszufinden, wie sie ihren Alltag im Schuttertal gestalten und wie es mit der Integration vorangeht, haben wir eine Familie aus Syrien besucht, die seit sechs Jahren in Seelbach zuhause ist.

Nada Ahmad und Dilkash Ali sind vor sechs Jahren mit ihren zwei Kindern, der heute 13-jährigen Jala und dem zwei Jahre jüngeren Jandor, aus ihrer Heimat Syrien geflüchtet. "Wir sind zum großen Teil zu Fuß nach Kurdistan gegangen", erzählt die Mutter.

Wie viele andere Kurden haben sie ver- sucht, dem Krieg und den Unterdrückungen in Syrien zu entkommen. Über die Türkei hat es die Familie dann nach Deutschland, genauer gesagt ins Schuttertal, geschafft. Das erste "Zuhause" der Geflüchteten war die Containersiedlung in der Bahnhofstraße. Das dritte Kind der Familie, Ali (Schiar, drei Jahre), ist dort zur Welt gekommen.

Kinder sind in Sportvereinen aktiv

Bei unserem Besuch zeigt sich sofort die Gastfreundschaft des Orients. Es gibt Kaffee und Süßgebäck. Jala und Jandor, die hier zur Schule gehen, helfen der Mutter bei dem Gespräch. Die älteren Kinder sprechen sehr gut Deutsch.

Der Vater arbeitet schon seit drei Jahren auf Baustellen und ist am Tag des Besuchs nicht dabei. Jala erzählt, dass es ihr in Seelbach sehr gut gefällt. In Syrien gäbe es nicht so gute Schulen. Jala ist eine sehr gute Schülerin und möchte später Ärztin werden. "Wir haben hier Freunde und ein normales Zuhause." Sie hat sich lange ein eigenes Zimmer gewünscht, das sie jetzt auch hat.

Karin Cannie, die die Familie ehrenamtlich begleitet, und Irmgard Berg aus der Verwaltung hatten sich zuvor bemüht, eine geeignete Wohnung für die fünfköpfige Familie im Dorf zu finden.

Sie unterstützen die Familie bei Behördengängen oder Arztbesuchen und die Kinder dabei, Freunde zu finden. So nahm Cannie Jala auch zum Tischtennis mit. Das Mädchen mag Sport und trainiert inzwischen regelmäßig im Tischtennisverein.

Ihr Bruder Jandor spielt inzwischen Fußball. Der Jüngste wird – wenn es wieder möglich ist – den Kindergarten besuchen. Gut möglich, dass er bald mit dem großen Bruder kicken wird. "Wir sind sehr dankbar für das Engagement der beiden Frauen, die uns so viel helfen", übersetzt Jala.

Rückkehr nach Syrien bleibt ausgeschlossen

Die Mutter ist froh, dass sie den Kindern ein Leben ermöglichen kann, das beide Eltern in Syrien so nicht haben konnten. Sie freut sich über kleine Dinge, die für andere selbstverständlich sind, wie zum Beispiel einen Ausweis zu haben, was ihnen in Syrien aufgrund der kurdischen Herkunft verwehrt wurde.

Nada hat in der Heimat als Friseurin gearbeitet und würde das auch hier gerne machen. Sie weiß, dass sie dafür zuerst besser Deutsch lernen muss und hier eine Ausbildung machen müsste. Der Vater, sagt Nada, sei auf dem "College" gewesen und habe in der Firma seines Vaters "Häuser gebaut".

Natürlich vermissen sie ihre große Familie in Syrien. Die einzige Verbindung ist das Telefon. Als Nada von ihren Eltern spricht, schießen ihr die Tränen in die Augen. Die Großeltern würden erzählen, dass sich die Situation in der Heimat ein wenig beruhigt habe, die Preise aber ständig steigen würden. Die Kinder und Enkel in Deutschland zu besuchen, sei daher nicht möglich.

Eine Rückkehr nach Syrien schließt die Mutter aus, solange es Krieg geben würde und sie als Kurden weiter benachteiligt wären. Umso wichtiger ist es, dass die Familie im Schuttertal gut aufgenommen wurde und sich wohl fühlt.

Flüchtlinge in Seelbach

 

In Seelbach leben laut Auskunft der Gemeinde aktuell zwölf Flüchtlingsfamilien, die aus 28 Erwachsenen und 17 Kindern zwischen zwei und 18 Jahren bestehen.

 

Sechs Familien stammen aus Syrien, drei aus dem Irak und je eine Familie aus dem Iran, aus Georgien und dem Kamerun. Die meisten der Erwachsenen haben laut Gemeinde Deutschkurse besucht, die die VHS in Lahr anbietet. Etwa die Hälfte der Erwachsenen sei in einem Arbeitsverhältnis angestellt.

In Seelbach leben laut Auskunft der Gemeinde aktuell zwölf Flüchtlingsfamilien, die aus 28 Erwachsenen und 17 Kindern zwischen zwei und 18 Jahren bestehen. Sechs Familien stammen aus Syrien, drei aus dem Irak und je eine Familie aus dem Iran, aus Georgien und dem Kamerun. Die meisten der Erwachsenen haben laut Gemeinde Deutschkurse besucht, die die VHS in Lahr anbietet. Etwa die Hälfte der Erwachsenen sei in einem Arbeitsverhältnis angestellt.
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In Seelbach leben laut Auskunft der Gemeinde aktuell zwölf Flüchtlingsfamilien, die aus 28 Erwachsenen und 17 Kindern zwischen zwei und 18 Jahren bestehen. Sechs Familien stammen aus Syrien, drei aus dem Irak und je eine Familie aus dem Iran, aus Georgien und dem Kamerun. Die meisten der Erwachsenen haben laut Gemeinde Deutschkurse besucht, die die VHS in Lahr anbietet. Etwa die Hälfte der Erwachsenen sei in einem Arbeitsverhältnis angestellt.