Seelbach Seit 50 Jahren ein eingespieltes Team

Seelbach/Biberach - 50 Jahre auf der Bühne sind etwas Besonders. Am Samstag feiern die "Ramonas" in der Biberacher Festhalle das Jubiläum mit einem großen Konzert. Die Haare der "jungen Wilden" sind ergraut, die Leidenschaft für ihre Musik ist lebendig geblieben.

Die Mittdreißiger kennen die "Ramonas" vermutlich nicht. Dagegen erinnern sich die älteren Semester bestimmt bei dem Bandnamen an wilde Tanzabende, Livemusik und volle Festhallen. Die 70er-Jahre waren die goldene Zeit für die Gruppe.

Für das besondere Konzert am Samstag probt die Band fleißig. Ehrensache, dass die "Ramonas" da eine gute Show abliefern wollen. Der Seelbacher Edgar Hacker (Schlagzeug, Gesang), Jochen Singler (akustische Gitarre), Gerhard Maier (Saxofon), Reiner Biehr (Bassgitarre), Werner Wussler (Keyboard), Oliver Maikowski (E-Gitarre) und Tina Bühler (Gesang) sind ein eingespieltes Team. Trotzdem sei es ein besonderes Gefühl, dass ihre Freundschaft ein halbes Jahrhundert gehalten hat. Da sind sich alle sieben einig.

Der erste Auftritt war auch eine Besonderheit. Am 20. Juli 1969 traten die "Ramonas" das erste Mal in der Öffentlichkeit auf. In derselben Nacht setzte Neil Armstrong seinen Fuß auf dem Mond. Der kometenhafte Aufstieg der Band aus der Region begann also spektakulär.

Die Schule am nächsten Tag schwänzten sie, so müde waren alle nach dem ersten Auftritt. Sänger Edgar war damals 15 Jahre alt, die Sängerin Tina 16 Jahre und ein Glücksgriff, da man auch Hits weiblicher Stars ins Repertoire aufnehmen konnte. Wie bei Hacker durfte sie nur in Begleitung ihrer Mutter auftreten und bis 22 Uhr auf der Bühne stehen.

Die "Ramonas" wurden schnell bekannt. Es folgten Auftritte in Lahr, Offenburg, Kehl bis nach Waldkirch. Die Musiker wurden bei ihren Konzerten wie die Stars empfangen.

Bandmitglieder wollen keine Profi-Musiker sein

Im Jahr 1971 traten sie mit Tony Marshall im ZDF auf. "Er war es auch, der uns auf seine USA Tournee mitnehmen wollte. Den Schritt zum Profimusiker, denn das hätte es ja letztendlich bedeutet, wollte von uns jedoch keiner gehen. Die Risiken waren einfach zu groß", erinnert sich Hacker heute.

Die Band begleitete auch andere berühmte Künstler wie Wolfgang Petri, Jürgen Marcus, Marianne Rosenberg, Howard Carpendale und Heino. Die Band hatte einige eigene Kompositionen im Repertoire, so das Lied "Seventeen". Vorwiegend coverten sie aber Hits aus den deutschen Charts. Die hörten die Singles an und bemühten sich, an die Originale heranzukommen. Noten gab es nicht. Nach knapp 20 Jahren auf verschiedenen Bühnen wurde der Zuspruch Ende der 1980er-Jahre geringer. Discos und Musik aus der Konserve waren angesagt. "Wir hatten in dieser Zeit fast nur Auftritte in Diskotheken und Tanzlokalen. Große Galas wie der Opernball in Karlsruhe waren leider zu selten", so Biehr rückblickend.

Ein Wiederaufleben der handgemachten Musik der "Ramonas" erfolgte im Sommer 2004. Seit damals gibt es jährlich zwei Revivalkonzerte. Der Aufritt am Samstag wird bestimmt etwas ganz Besonderes sein, aber nicht das letzte. Denn ans Aufhören denken die leidenschaftlichen Musiker gar nicht.

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