Seelbach Seelbacher hilft im Corona-Wirrwarr

Wenn Kunden ihren kaputten Computer in der Seelbacher Firma zur Reparatur bringen, können sie zuvor ihre Daten über die Luca-App übermitteln. Foto: Himmelsbach

Seelbach - Mittlerweile müssen beim Betreten von Läden, von Rathäusern und anderen Gebäuden überall die Kontaktdaten hinterlegt werden. Mit welchem Programm das für Unternehmen und Besucher ganz einfach geht, zeigt Markus Himmelsbach.

"Wir müssen langsam lernen, mit der Pandemie wieder weiterzuleben. Um das zu schaffen, brauchen wir digitale Lösungen", sagt Markus Himmelsbach. Der Seelbacher Computerspezialist hat deshalb mit dem Projektverantwortlichen Dominik Zietzer Videos gedreht, in denen er die Luca-App für Unternehmen und Besucher Schritt für Schritt erklärt.

Mit der App für das mobile Endgerät und der Einrichtung über den Computer können Unternehmen einfach die Daten ihrer Besucher beim Betreten des Gebäudes erfassen. Die Besucher ihrerseits können in nur einem Schritt ihre Daten übermitteln – ohne lästige Papierlisten und wiederholtes Ausfüllen an unterschiedlichen Orten.

Schnelle Übermittlung von Daten an Gesundheitsamt

Die Luca-App bietet noch einen weiteren gravierenden Vorteil: Bei einem positiven Corona-Test werden die Daten der infizierten Person direkt ans Gesundheitsamt weitergeleitet – vorausgesetzt, der Nutzer hat dies vorher erlaubt. Somit könne die Kontaktnachverfolgung einfach und vor allem deutlich schneller als mit der Corona-Warn-App erfolgen – laut Himmelsbach ein wichtiger Schritt zur Eindämmung des Virus. Die persönlichen Daten werden ansonsten verschlüsselt, sodass die Geschäfte und Firmen sie nicht direkt sehen können.

Immer noch analog unterwegs zu sein, obwohl es sinnvolle digitale Lösungen gibt, sei für Himmelsbach nicht nachvollziehbar. "Die Idee mit den Videos kam uns schon vor längerer Zeit, weil die Corona-Warn-App in Sachen Kontaktübermittlung zu wenige Funktionen bietet. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Unternehmen im Schuttertal einfach organisieren und den Kunden eine leichte Möglichkeit zur Anmeldung bieten können."

Video wurde innerhalb einer Woche mehr als 1000 Mal geklickt

Die Videos sind laut Himmelsbach unter Mitwirkung von zwei Computerexperten der Firma Himmelsbach an drei Tagen entstanden. Sie sollen Schuttertaler Geschäftsinhabern die Angst vor dieser Hürde nehmen und ihnen zeigen, dass der Schritt hin zur Digitalisierung doch eigentlich ganz einfach ist. Wer die Einrichtung dennoch nicht hinbekommt oder noch Fragen dazu hat, den unterstützt Himmelsbach auch noch weiter.

Auf diesem Weg bieten Himmelsbach und seine IT-Fachleute kostenlos Unterstützung. Auf der Plattform Gemeinsam im Schuttertal, die Informationen rund um das Leben in der Coronapandemie gibt, sind auch die Videos zu sehen (siehe Info).

Dass die Erklärung in Bildern bei vielen beliebt ist, zeigt sich auch an den Klickzahlen: Das Video von Zietzer schauten innerhalb einer Woche bereits mehr als 1000 Personen an. "Ich habe auf Youtube noch kein vergleichbares Video gesehen, das sich an die Unternehmen richtet. Wir planen nun noch ein drittes Video, in dem wir zeigen, wie Besucher dann die App nutzen können", erzählt Himmelsbach.

Im Video erklärt Zietzer, wie Unternehmen ihren Standort registrieren und einen sogenannten Barcode erstellen können, den die Besucher dann mit ihrem mobilen Endgerät am Eingang des Gebäudes nur noch scannen müssen, ähnlich wie das Abscannen von Produkten beim Lebensmitteleinkauf.

Auch Landrat Frank Scherer hatte Ortenauer Unternehmen die Nutzung der App bereits empfohlen (wir berichteten), Himmelsbach zeigt nun, wie die praktische Umsetzung funktioniert.

Ob Kleidungsgeschäft, Restaurant, Hotel oder Pflegeheim – wenn alle Einrichtungen und Institutionen die App zur Registrierung ihrer Besucher nutzten, lassen sich viele Schritte vereinfachen, ist sich Himmelsbach sicher. "Wir müssen endlich Dinge machen, die auf Dauer funktionieren und uns selbst im Alltag helfen. Durch die App sind wir nicht nur auf den Staat angewiesen, denn das Programm ist eine gute Sache und noch dazu von Privatleuten entwickelt worden", so Himmelsbach.

Videos im Netz

Die Erklärvideos mit Schritt-für-Schritt-Anleitung von Dominik Zietzer sind im Netz auf der Webseite gemeinsam-im-schuttertal.de bei den aktuellen Meldungen zu finden oder auf dem Youtube-Kanal Gemeinsam im Schuttertal. Dort gibt es zwei Videos, in denen die Luca-App als Mittel zur einfachen Datenübermittlung erklärt wird. Eines richtet sich an Unternehmen und zeigt, wie diese ihr Unternehmen für die Nutzung registrieren können. Die App generiert einen Barcode, der am Eingang platziert werden muss. Besucher können sich durch das Scannen in einem Schritt anmelden und sich beim Verlassen dann wieder abmelden.

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