Seelbach Mitfahrbänke: Seelbach ist zum Einlenken bereit

Bei den auffälligen Mitfahrbänken, hier in Wittelbach, kommen Schuttertal und Seelbach sich nun näher. Foto: Baublies

Seelbach - Die Gemeinde Seelbach vollzieht eine Kehrtwende bei den Mitfahrbänken: Sie will der Nachbarkommune Schuttertal nun doch erlauben, Haltepunkte auf ihrer Gemarkung einzurichten. Das soll am Montag im Gemeinderat beschlossen werden.

Der Beschlussvorschlag sieht vor, dass Seelbach der Nachbargemeinde grundsätzlich das Aufstellen von Mitfahrbänken in Fahrtrichtung Lahr und Schuttertal erlaubt. Die Standorte sollen noch abgestimmt werden. Für Wittelbach soll der dortige Ortschaftsrat über die Umsetzung entscheiden. In dem Ortsteil steht auch bereits eine Bank auf privatem Gelände.

Seelbachs Bürgermeister Thomas Schäfer und der Gemeinderat hatten sich noch im Januar, wie berichtet, gegen eine Teilnahme entschieden und die Ablehnung mit Sicherheitsbedenken begründet. Später schwenkte zunächst die SPD-Fraktion um. Trotzdem blieb es beim Nein zu den Mitfahrbänken, da die Ratsmehrheit von CDU und Freier Bürgerliste weiterhin dagegen war. Das hat sich nun offenbar geändert, man hat umgedacht.

 > Wie ist es zum Meinungsumschwung gekommen? Bei einem gemeinsamen Termin der beiden Gemeinderäte ist über das Thema gesprochen worden, wie der Vorlage zur Gemeinderatssitzung zu entnehmen ist. "Interessen, Ziele und Abwägungen wurden nochmals ausgetauscht", heißt es. Es sei bei dem Treffen deutlich geworden, "welche Bedeutung die Gemeinde Schuttertal dem Projekt für die Mobilität beimisst und welche enorme Bedeutung die Durchgängigkeit der Verbindungen auch durch Seelbach spielt". So habe man sich überzeugen lassen.

Seelbacher Fraktionen lassen sich überzeugen

Die Relevanz des Projekts für die Nachbargemeinde, aber auch das Interesse daran unter den Seelbacher Bürgern habe den Ausschlag gegeben.

>  Muss Seelbach für die Bänke zahlen? Nein, das Projekt hat für die Gemeinde keine finanziellen Auswirkungen. Haftung, Herstellungs- und Unterhaltungskosten trage allein die Gemeinde Schuttertal, wird in der Verwaltungsvorlage festgestellt. Die Kosten für die Aufstellflächen seien zu vernachlässigen.

 > Was sagt Carsten Gabbert? Der Bürgermeister von Schuttertal hat begreiflicherweise erleichtert auf die Nachricht reagiert, dass Seelbach das Aufstellen der Mitfahrbänke nun doch gestattet. "Ich freue mich einfach", sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Das sei "eine tolle Sache" für beide Gemeinden, da die Mobilität im Schuttertal dadurch vorangebracht werde.

Das Interesse an den Mitfahrbänken sei groß, hebt Gabbert hervor. Inzwischen würden deutlich mehr als 500 Autofahrer durch eine Plakette an der Windschutzscheibe anzeigen, dass sie sich bei der Gemeinde mit Namen und Anschrift haben registrieren lassen. Mit dem System will die Gemeinde Sicherheit bieten und Vertrauen schaffen – der Aufkleber auf dem Auto soll signalisieren, dass man bei diesem Fahrer beruhigt einsteigen kann.

Die Zahl aller Mitfahrbänke betrage bereits mehr als 20, noch ohne die Bänke, die nun noch auf Seelbacher Gemarkung hinzukommen, so Gabbert. Die bunten Sitz- oder besser Mitfahrgelegenheiten stehen zwischen Schweighausen und Lahr, genau gesagt zwischen dem Geisberg und dem Lahrer Schlüssel.

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