Seelbach Renovierung: Die "neue" Kirche wird viel heller

Pfarrerin Anke Doleschal vor dem neuen Seitenfenster, durch das mehr Licht in die Kirche hineinkommt. Foto: Kiryakova

Seelbach - Auch an Ostern haben die evangelischen Christen in Seelbach auf ihre Kirche verzichten müssen, da ihr Gotteshaus zurzeit innen renoviert wird. Die Gemeinde hat das Beste daraus gemacht und im Freien gefeiert.

In der evangelischen Kirche herrscht seit Anfang Februar reger Betrieb. Doch nicht Gottesdienstbesucher gehen ein und aus, sondern Handwerker. Die umfassende Renovierung und Modernisierung der 1954 erbauten Kirche läuft auf Hoch- touren.

Bei unserem Besuch verlegen Handwerker gerade die Fußbodenheizung, Elektriker erneuern die Leitungen. Was sofort auffällt, ist die Helligkeit: Die zusätzlichen Fenster im Seitenschiff sind schon eingebaut, das Tageslicht strömt jetzt von allen Seiten und lässt den Raum schon viel wärmer erscheinen. "Ein Traum nimmt Gestalt an", sagt Pfarrerin Anke Doleschal. Sie freut sich, dass die Renovierung im Zeitplan liegt, trotz Unvorhergesehenem wie der Dachisolierung.

Das Osterfest hat die evangelische Gemeinde in diesem Jahr unter freiem Himmel gefeiert. In Anlehnung an die Ostergeschichte aus dem Johannes-Evangelium (Kapitel 20), in der von drei Frauen berichtet wird, die als erste das leere Grab Jesu entdeckten, "als die Sonne aufging", zelebrierten die Gläubigen die Ostermesse auf dem Friedhof. Am diesem Tag neben den Gräbern zu stehen und die Auferstehung Christi von den Toten zu feiern, verleihe dem Fest eine besondere Bedeutung, hatte Doleschal zuvor festgestellt. Ihre Hoffnung, die sie mit dem ungewöhnlichen Gottesdienst verbunden hatte, sollte sich erfüllen, die Besucher erlebten bei schönem Wetter eine gelungene Feier.

Für die Gläubigen sei der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Hoffnung, so Doleschal. Damit werde ein Kern des christlichen Glaubens berührt. "Denn Tod und Auferstehung gehören zusammen, der Tod und das Leid werden durch Christus überwunden, der von den Toten auferstanden ist." Umrahmt wurde die Messe von einem Posaunenorchester. Das Osterfrühstück fiel wegen der Renovierungsarbeiten aus, dafür gab es nach dem Gottesdienst ein "Osterlamm" als Gebäck.

In der Zeit ohne Kirche werden die Gottesdienste in den katholischen Kirchen in der Nähe abgehalten. An Ostern war das aber nicht möglich.

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