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Seelbach Premiere für die Wahl-Seelbacherin

Die Künstlerin Birgit Weber, die seit sieben Jahren in Seelbach lebt, präsentiert am Wochenende ihre erste Ausstellung im Bahnhöfle. Schwerpunkt der Ausstellung "Neue Arbeiten" bilden "rhythmische Zeichnungen".

 

Seelbach. Weber, Jahrgang 1958, ist in Lahr aufgewachsen und hat in Metzingen am Kunstseminar studiert. Sie besuchte anschließend weiterführende Kurse in Zeichnung und Malerei, unter anderem an der Universität Tübingen, an der Akademie der Bildenden Künste in Trier und im Kloster Irrsee Nach einem Aufenthalt in Reutlingen hat sie heute ihr Atelier in der Seelbacher Hauptstraße. Dort bereitete sie die Ausstellung vor. Sie plant, etwa 30 Bilder im Bahnhöfle zu zeigen. Viele ihrer Werke, die im Atelier zu sehen sind, haben keine Titel. Das ist aber gewollt.

Einige Arbeiten sind an der Wand angelehnt, andere liegen auf einem Tisch, rahmenlos. Ein paar Tage vor Beginn der Ausstellung überlegt sie noch, welche ihrer Zeichnungen sie zeigen wird. Obwohl sie seit beinahe sieben Jahren hier lebt, ist dies ihre erste Ausstellung in Seelbach. Entstanden sind die Werke überwiegend im letzten Jahr. "Neue Arbeiten" lautet knapp der Ausstellungstitel. Weber ist eine leidenschaftliche Zeichnerin. Für viele Künstler der Gegenwart ist die Zeichnung, die früher als Skizze oder Studie oft unterschätzt wurde, ein beliebtes Medium geworden. Die Zeichnung ist nicht mehr auf die lineare Darstellung und reduzierte Farben festgelegt. Das sieht im Atelier in der Seelbacher Hauptstraße so aus: Wenn Weber kein Thema hat, zeichnet sie einfach spontan und lässt sich von vorhandenen Formen oder Erscheinungen inspirieren.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung im Bahnhöfle bilden "Rhythmische Zeichnungen". So benennt sie ihre neuen Arbeiten: Figuren, die als Ganzes erscheinen und in einer einheitlichen Bewegung gebündelt sind. Sie fängt einen Moment ein, abstrahiert und verringert die visuelle Information auf bloße Konturen. Die Arbeiten sind figürlich, aber eine realistische Wiedergabe sei nicht ihr eigentliches Ziel. "Die Arbeiten dürfen ein Eigenleben entwickeln." Sie ist eine aufmerksame und genaue Beobachterin. Sichere, knappe Striche geben eine Schwingung wieder, die wie Tanz aussieht. Weber hört in ihrem Atelier oft klassische Musik. Die Linien werden durch das Gehörte ebenfalls beeinflusst. Sie sagt, dass sie teilweise blind arbeiten würde, um nicht zu sehr an einer äußeren Form zu haften. Auch Farbe taucht auf, nicht flächig, sondern in expressiven Strichen. Die Grenze zwischen Malerei und Zeichnung verwischt so und lässt die Eindeutigkeit der Linie in den Hintergrund treten.

INFO

Öffnungszeiten des Bahnhöfles

Die Ausstellung im Bahnhöfle am Wochenende, 14. und 15. Oktober, ist an beiden Tagen von 11 bis 18 geöffnet. Weber hat bereits seit 2001 verschiedene Einzelausstellungen gezeigt. So präsentierte sie ihre Werke bei "L’Art pour Lahr" in der Obertorstraße und unter anderem im botanischen Garten in Tübingen sowie in der Villa Eugenia in Hechingen. Seit 1997 nimmt sie regelmäßig an Gemeinschaftsausstellungen, zum Beispiel der "Gedok Reutlingen", teil. Im Jahr 2010 stellte sie gemeinsam mit anderen Künstlern auch in den USA aus.

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