Seelbach Neue Variante für Baugebiet

 Foto: Kiryakova

Wittelbach - Die ersten vier Varianten für das Baugebiet Oberes Feld III waren beim Ortschaftsrat Wittelbach durchgefallen. Am morgigen Donnerstag befassen die Ratskollegen sich mit Variante Nummer fünf.

Anwohner melden sich zu Wort 

In einer Sitzung Ende Juni hatte das geplante Baugebiet bereits für lebhafte Debatten gesorgt, an denen sich rund 50 Besucher beteiligten. Die Anwohner äußerten ihre Sorgen, dass die Reformstraße und der Sonnenberg als Baustraßen und später auch als Zufahrt genutzt werden sollen. In der Reformstraße würden viele Familien mit kleinen Kindern wohnen.

Daher wolle man dort keinen weiteren Verkehr, war in teils emotionalen Wortmeldungen zu hören. Außerdem sei der Gehweg zu schmal und nicht für Fußgänger geeignet, sodass viele Anwohner die Straße als Fußweg nutzen würden. Ein weiteres Gegenargument: Die Kurve von der Reformstraße zum Sonnenberg sei für Baufahrzeuge zu eng.

Knapp 30 neue Grundstücke möglich 

Zwischen 22 und 27 Grundstücke können im Oberen Feld III entstehen, je nach der Art der Bebauung. Das mit der Planung beauftragte Büro Zink-Ingenieure aus Lauf hatte vier Planvarianten erstellt, von denen aber keine im Ortschaftsrat eine ungeteilte Zustimmung fand. Die Entwürfe unterschieden sich vor allem darin, ob Einzel- oder Mehrfamilienhäuser oder eine Kombination von beidem entstehen sollen. Einig waren sich die Räte, dass die Bebauung später ein harmonisches Bild abgeben soll.

Mit dieser Vorgabe machte sich dass Büro Zink-Ingenieure an die Nachbesserung des Plans, der nun also wieder dem Ortschaftsrat vorgelegt wird. Kernpunkte des modifizierten Entwurfs sind die verbindliche Vorgabe von einheitlichen Doppelhäusern auf einer Teilfläche des Baugebiets.

Der Plan sieht jetzt keine Reihenhäuser und keine Mehrfamilienhäuser mehr vor, dafür aber zum Beispiel die verbindliche Vorgabe der Firstrichtungen und die Vorgabe zur Errichtung von Photovoltaik-Anlagen.

Anwohner sorgen sich um Verkehrsbelastung

Auch über den Verkehr haben die Planer sich Gedanken gemacht. Zur Erschließung des Baugebiets ist jetzt eine Zu- und Abfahrt über eine noch herzustellende Baustraße aus südlicher Richtung vorgesehen, mit Anbindung an die Oberdorfstraße. Nach der Fertigstellung der Erschließung soll die Straße wieder zurückgebaut werden. "Inwieweit dem Wunsch zahlreicher Anlieger aus der Reformstraße und der Straße Am Sonnenberg entsprochen werden kann, den Baustellenverkehr nicht oder nicht ausschließlich über ihre Straßen abzuwickeln, ist im weiteren Verfahren zu prüfen", heißt es in der Sitzungsvorlage für den Ortschaftsrat.

Das Baugebiet selbst soll über eine Ringstraße erschlossen werden, die über die Gartenstraße und die Straße Oberes Feld angebunden wird.

Vertreter des Büros Zink-Ingenieure sowie des Ingenieurbüros für Verkehrswesen Köhler und Leutwein aus Karlsruhe, das die Verkehrsuntersuchung übernommen hat, werden in der Sitzung am Donnerstag vor Ort sein und die Planungen erläutern. 

Info: So geht's weiter 

Nach der Vorberatung durch den Ortschaftsrat am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr im Saal des Bürgerhauses Seelbach soll der Entwurf vom Gemeinderat am Montag, 21. September, beschlossen werden. Die Gemeinde Seelbach plant, das Bebauungsplanverfahren im Frühjahr 2021 zum Abschluss zu bringen.

Dabei wird das Baugebiet über einen Erschließungsträger abgewickelt, die Firma Rüdiger Kunst Kommunalkonzept aus Freiburg. Alle mit der Entwicklung des Baugebiets verbundenen Kosten – die Rede ist von 2,8 Millionen Euro – werden vom Erschließungsträger vorfinanziert und danach über die Erlöse aus dem Verkauf der Bauplätze abgedeckt.

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