Seelbach Mehr Schüler, mehr Personalkosten

Das Mittagessen in der Mensa wird von immer mehr Schülern in Anspruch genommen. Foto: Archiv: Baublies

Seelbach - Am Geroldsecker Bildungszentrum werden ab September die Betreuungsangebote teurer. Das hat der Gemeinderat am Montag einstimmig beschlossen. Die Entgelte steigen um zehn Prozent.

 

Zuletzt wurden die Entgelte vor zwei Jahren erhöht, wie Hauptamtsleiter Siegfried Kohlmann ausführte. Seitdem ist die Zahl der Kinder, die die Betreuungsangebote nutzen, weiter gestiegen. So werden inzwischen rund 60 Grundschüler ganztags betreut, fast 70 nutzen das Mittagessen. 2011 nutzten nur knapp mehr als 20 Grundschüler das Ganztagsangebot.

Gründe für die Erhöhung seien laut Kohlmann auch allgemeine Preissteigerungen und steigende Personalkosten, weshalb es Sinn macht, die Entgelte regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Neben sechs hauptamtlichen Betreuerinnen sind in der Betreuung im Bereich Grundschule ein FSJ-ler und 24 Ehrenamtliche tätig. Von 2016 bis 2019 werden sich die Personalkosten tariflich bedingt alleine um 11,3 Prozent erhöht haben.

Die Gemeinde hat durch die Betreuung und den Mensabetrieb 2017 insgesamt rund 153 000 Euro eingenommen, davon 118 000 durch die Entgelte. Hinzu kommen Zuschüsse aus Landesmitteln in Höhe von rund 34 800 Euro. Die Ausgaben lagen bei rund 282 000 Euro. Dies bedeutet, dass die Gemeinde noch rund 130 000 Euro zuschießen musste. Für das laufende Jahr werde sich dieser Zuschuss noch erhöhen auf etwa 175 200 Euro. Durch die Erhöhung sollen diese Zuschüsse durch die Gemeinde auch wieder stabilisiert werden.

Förderverein für Eltern ein Ansprechpartner

Martina Schweiß (SPD) bezeichnete Erhöhungen als "immer unschön", die Zahlen zeigten aber die Notwendigkeit dieses Schritts. Sie verwies auch auf den Förderverein der Schule, der Eltern, die Probleme bei der Finanzierung des Betreuungsangebots hätten, unterstütze. Mirko Sahl (FBL) sagte mit Blick auf die Statistik: "Das Angebot wird gut angenommen, da brauchen wir auch das Personal." Er stellte in den Raum, ob eine jährliche Anhebung von fünf Prozent nicht besser sei, um die Kostensteigerungen aufzufangen. Daniel Janka (CDU), auch Rektor des Bildungszentrums, sagte, dass die Angebote inzwischen eine gesellschaftliche Notwendigkeit seien. "Wir haben etwas Besonderes hier, da wird auch von außen draufgeschaut." Qualität koste allerdings Geld. Die Erhöhung falle trotzdem moderat aus. Er sprach sich zudem dafür aus, weiter alle zwei Jahre auf die Zahlen zu schauen und eine Erhöhung ins Auge zu fassen.

Bürgermeister Thomas Schäfer sagte, dass die Verwaltung die Kostenentwicklung im Auge behalten werde und das Thema im kommenden Jahr wieder ansprechen wird, wenn es zu großen Sprüngen kommen sollte. Da es auch im Kita-Bereich gute Auslastungen gebe, glaubt er daran, dass sich die Betreuungszahlen an der Schule in den kommenden Jahren nicht verkleinern werden. Deshalb soll sich auch an der Raumsituation in der Schule mittelfristig etwas ändern. "Wir erhöhen die Entgelte natürlich nicht gerne. Ich glaube aber, dass sie akzeptiert werden, wenn die Arbeit stimmt. Und das ist hier der Fall", sagte Schäfer abschließend.

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