Seelbach Kulturtage: Mitmachen, mitsingen, zujubeln

Immer in Bewegung: Unduzo geben auf der Bühne bei den Seelbacher Kulturtagen alles. Foto: Kiryakova

Seelbach - Die Seelbacher Kulturtage haben schnell Fahrt aufgenommen. Die zweite Veranstaltung war ein Volltreffer. Die Freiburger A-Cappella Gruppe "Unduzo" hat am Samstag ein viel umjubeltes Konzert gegeben.

Das Seelbacher Publikum hatte an diesem Abend selbst viel zu tun: Geräusche nachahmen, Refrains mitsingen, Lachen, Klatschen. Passiv Zuhören, das gibt es bei "Unduzo" nicht. Mit einer perfekten Mischung aus A-Cappella-Gesang und Comedy, erfrischend und mitreißend, boten die fünf Musiker Linda Jesse, Julian Knörzer, Patrick Heil, Richard Leisegang und Cornelius Mack jede Menge Unterhaltung.

"Schweigen Silber, Reden Gold" heißt ihr aktuelles Programm. Die Träger des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg aus dem Jahr 2016 begeisterten mit Deutsch-Pop, Beat-Boxing, Live-Loops, witzigen Texten und einer breiten stimmlichen Klangfülle. Geräusche täuschend echt nachahmen kann das Ensemble ebenfalls hervorragend. Wie sich der Klang des Windes auf dem Mount Everest anhört, grunzende Wildschweine und das fast unmögliche Nachahmen einer Elchgeburt: Daran mussten sich die Zuschauer selbst versuchen. Diese gar nicht so einfachen Übungen trugen sehr zur Erheiterung des fleißig intonierenden Publikums bei.

"Eine neue Zeit", als erster gesungener Titel, verbreitete etwas Melancholie, die aber bei den darauffolgenden Liedern schnell verflog. Mit "In der Ruhe liegt die Kraft" wurde nach dem Sinn von Sprichwörtern gesucht: "Lotto gespielt und gewonnen, sechs Richtige und Zusatzzahl – den Zettel verloren. Egal. Geld verdirbt den Charakter." Das Quintett singt nicht nur, sie spielen ihre Lieder. Der Auftritt des "Gigolo", gesungen von Patrick Heil: "Kommt schon, Ladys, ich mach’ wunderschöne Babys." Oder: "Monika" aus Sachsen: "Ist es eins von diesen Höschen mit den rosaroten Röschen?" Die Lieder waren schräg und nicht ganz jugendfrei, aber absolut sehens- und hörenswert.

"Unduzo" sind Fans der Loopmaschine. Zum Demonstrieren sollte der Teenager Tristan aus dem Publikum ins Mikrofon sprechen, was es heute zum Mittagessen gab. Der Nudelauflauf wurde im Live-Looping aufgenommen und rückwärts gesprochen in eine Rap-Performance eingebaut, sehr zum Vergnügen der Zuschauer. Denn wenn "Unduzo" richtig loslegt, hat man das Gefühl, als ob ein ganzes Arsenal an Percussion und Schlagzeugen im Einsatz sei. Eine akustische Täuschung: Die Drums kamen von dem hervorragenden "Beatboxer" Knörzer.

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