Seelbach Klaus Muttach: Seelbach war ein "Sechser im Lotto"

Seelbach/Achern - Vor genau 25 Jahren hat Klaus Muttach das Amt des Seelbacher Bürgermeisters angetreten, nachdem er die Wahl im Oktober 1993 für sich entscheiden konnte. 14 Jahre lang drückte er der Gemeinde seinen Stempel auf, bevor er Oberbürgermeister in Achern wurde. An seine Zeit in Seelbach hat er nur gute Erinnerungen.

Herr Muttach, warum haben Sie sich vor mehr als 25 Jahren in Seelbach um das Amt des Bürgermeisters beworben?

Nachdem Ende 1991 bei mir die Überlegung gereift ist, mich als Bürgermeister zu bewerben, habe ich mich zusammen mit meiner Ehefrau Roswitha etwas umgesehen. Wir waren dann von Seelbach als möglicher Gemeinde sofort begeistert – Seelbach war für uns dann wirklich alternativlos! Schön war, dass dann die Wahl der Seelbacher auch auf uns fiel.

Erinnern Sie sich an den Wahlabend im Oktober 1993? Was ging Ihnen durch den Kopf, als feststand: Sie sind es.

Der Wahlabend ist für uns unvergesslich: Unter zehn wirklich hervorragenden Bewerbern, von denen viele sicherlich ebenso ein hervorragender Bürgermeister geworden wären, bekam ich bereits im ersten Wahlgang über 50 Prozent der Stimmen. Wir waren völlig überwältigt – ich habe in allen Seelbacher Gasthäuser Freibier an die Gäste spendiert und wir haben in Seelbach wirklich bis tief in die Nacht gefeiert. Zuletzt haben wir dann im Jugendclub mit "We are the Champions" von Queen noch kräftig abgerockt. Es war einfach nur schön!

Insgesamt 14 Jahre lang waren Sie in Seelbach Bürgermeister. Worauf sind Sie besonders stolz aus dieser Zeit?

Die Empfindung "stolz" ist mir fremd. Tatsächlich haben wir in Seelbach in diesen 14 Jahren im Zusammenspiel von engagierten ehrenamtlichen Einwohnern, Gemeinderäten und Gemeindeverwaltung viele tolle Projekte realisiert: Der Campingplatz, der Bau eines Pflegeheims und betreuten Wohnungen, der Kreisverkehr am Ortseingang, das dortige neue Lebensmittelgeschäft, die komplette Sanierung und Neugestaltung des ehemaligen Franziskanerklosters und heutigen Rathauses, der Bau eines Schlachthauses mit Selbstvermarktung, Modellgemeinde Seelbach für bürgerschaftliches Engagement, Seelbach-TV, die Schulhauserweiterung, die Einführung des Bauernmarkts, verschiedene Freizeiteinrichtungen, der Sonnwendlauf und die Freilichtspiele, Baugebiete und vieles mehr. Seelbach mit den Ortsteilen Wittelbach und Schönberg hat sich prächtig entwickelt. Ich empfinde Freude und Dankbarkeit, dass ich meinen Beitrag dazu leisten durfte.

Hätten Sie im Nachhinein gerne etwas anders gemacht?

Ich bekomme heute noch immer wieder Briefe, E-Mails und Anrufe von Seelbacher Bürgern, die mir zeigen, dass es "gepasst" hat. Dies zeigte auch die Wiederwahl mit fantastischen 98,89 Prozent Ja-Stimmen. Es gibt auch rückblickend nichts (Wesentliches) zu korrigieren.

Warum ging es weg aus Seelbach?

Ich habe für mich persönlich die Überzeugung, dass politische Ämter auf Zeit ausgeübt werden sollen und dann auch ein Wechsel gut ist. Der Wechsel ist dann zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, wenn es am schönsten ist und eigentlich auch schmerzt. Dies war bei mir absolut der Fall, als ich mit 44 Jahren als Oberbürgermeister nach Achern wechselte. Ich war damals in einem Lebensalter, wo ich mich nochmals einer weiteren schönen politischen Aufgabe widmen konnte. Die 14 Jahre in Seelbach waren für mich und meine Familie wie ein Sechser im Lotto und ich freue mich, dass ich mit Achern noch einmal einen gleichen Glücksgriff für mich ziehen konnte.

Verfolgen Sie das Geschehen in Seelbach noch? Wie sehen Sie die Entwicklung?

Ich bin in die politischen Entscheidungen in Seelbach selbstverständlich nicht eingebunden und habe mich auch zu keinem Zeitpunkt eingemischt. Deshalb kann und will ich auch keine Bewertungen vornehmen. Nach wie vor habe ich aber auch zu Seelbach und vor allem zu den Menschen eine große emotionale Beziehung, freue mich über jede Begegnung und selbstverständlich ist der Besuch des Katharinenmarkts jedes Jahr – jetzt als Privatperson – in meinem Terminkalender fest reserviert.

Seit 2007 sind Sie nun in Achern, 2015 wurden Sie wiedergewählt. Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Wie geht es für Klaus Muttach weiter?

Ich bin sowohl beruflich wie auch zusammen mit meiner Familie privat hervorragend in Achern angekommen, Ich strebe weder beruflich noch beim Wohnsitz nochmals eine Veränderung an und bin für jeden Tag dankbar, an dem ich so wie aktuell das Amt des Oberbürgermeisters in Achern ausüben darf. Fragen von Lars Weber

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