Seelbach Katharinenmarkt

Traditionell wie seit 560 Jahren haben die Seelbacher den Katharinenmarkt am Wochenende bei richtigem "Kätterlismärktwetter" gefeiert. In diesem Jahr war es aufgrund der Temperaturen notwendig, sich die Hände am heißen Getränkebecher zu erwärmen.

Von Axel Dach

Seelbach. Das bekannte Katharinenmarktlied ("Gong uff Seelbach uff de Märkt, in Seelbach isches schön, s’gonze Dorf isch uff de Bein, mei do konnsch was sehn ...") durfte nicht fehlen. Und nicht nur das ganze Dorf war auf den Beinen – aus nah und fern kamen Tausende Besucher, um das Wochenende in Seelbach zu genießen, über den Markt zu schlendern, an den mehr als 250 Ständen einzukaufen oder sich in den etwa 50 Hütten, Lauben und an Imbissständen zu stärken. Am Samstagabend eröffnete die Musikkapelle Seelbach unter der Leitung von Christian Sade den historischen Auftakt auf der Freilichtbühne unterhalb des Franziskanerklosters.

Bürgermeister Thomas Schäfer begrüßte die zahlreichen Zuschauer mit den Worten: "Die Zeit in Seelbach steht still, denn es ist Katharinenmarktzeit". Jasmin Kiesel aus Wittelbach, die sich als sechste "Katharina" dem Publikum präsentierte, betonte, dass der Markt ein Gefühl des Miteinanders vermittle und dass das Marktwochenende Gelegenheit biete, um Freunde und Bekannte wiederzutreffen, die man lange nicht gesehen habe.

Die "Amraser Matschgerer", ein mit der Seelbacher Eulenzunft befreundeter Fastnachtsverein aus Tirol, führten einen traditionellen Fackeltanz auf, bevor dann das historische Schauspiel unter der Leitung von Christopher Kern begann. Mehr als 200 Mitwirkende versetzten die Zuschauer in das Mittelalter zurück und erinnerten an die Geschichte von damals, als den Seelbachern anno 1455 das Marktrecht vom damaligen Kaiser Friedrich III. offiziell mit einem Marktbrief in Neustadt bei Wien verliehen wurde.

In den Lauben und Buden geht es gemütlich zu

Kern hatte das Stück allerdings etwas umgeschrieben: Der Vogt von Seelbach, der seit 46 Jahren von Wolfgang Himmelsbach gespielt wurde, bat den Grafen Diebold um die Versetzung in den Ruhestand. Ebenso bat der Sekretarius, seit 27 Jahren dargestellt von Gerhard Schmidt, beim Kaiser um die Entpflichtung vom Amt.

Nach dem historischen Auftakt ging es in den Lauben und Buden gemütlich zu. Am Sonntagvormittag begann das Marktgeschehen bereits morgens um 10 Uhr. Der Markt bot für jeden etwas, auch der heimische Herd konnte getrost kalt bleiben, denn das kulinarische Angebot war vielfältig und wurde rege angenommen. Die Jüngsten hatten viel Spaß beim Kinderkarussell, die größeren beim Boxautofahren und auf der Riesen-Schaukel. Bis in die Abendstunden schlenderten die Marktbesucher durch die Straßen.

Auch der heutige Montag wird abwechslungsreich. Um 14 Uhr beginnt der traditionelle Umzug. Viele Schüler des Kooperativen Bildungszentrums werden teilnehmen. Der Umzug startet am Wiesengrund und führt über den Eisweiherweg in die Eisenbahnstraße, biegt in die Marktstraße ein und geht dann über die Litschentalstraße zum Bürgerhaus, wo anschließend das Katharinenwurst-Essen stattfindet. Die Buden und Lauben haben heute ebenfalls bis in die Nacht hinein geöffnet, sodass man das dreitägige Volksfest gebührend ausklingen lassen kann.

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