Seelbach "Im Wesentlichen von Veranstaltungsausfällen verschont geblieben"

Die Eulen konnten die Fasent 2020 noch feiern bevor der Lock-Down kam. Foto: Kiryakova Foto: Lahrer Zeitung

Seelbach. Was machen die Vereine in Seelbach zur Zeit der Corona-Pandemie? Es gibt keine Veranstaltungen und noch keine Treffen der Mitglieder. Wir haben über diese ungewöhnliche Situation mit Christiane Kupfer, der ersten Zunftmeisterin der Eulenzunft, darüber gesprochen.

Was sind während des Lock-Downs für Veranstaltungen ausgefallen?

Zunächst einmal sind wir als Narrenzunft sehr froh, dass wir die Fasentkampagne 2020 in vollem Umfang und ohne jegliche Ein­schränkungen begehen konnten. Erst gegen Ende der Kampagne wurden die Meldungen aus China und anderen betroffenen Regionen lauter – jedoch war ein kompletter "Lockdown" zu dieser Zeit für uns alle noch unvorstellbar. Somit sind wir im Wesentlichen von Veranstaltungs­ausfällen verschont geblieben. Die jährlich stattfindende Mitgliederver­sammlung sowie Gruppensitzungen und diverse Zunftratssitzungen mussten wir jedoch auf unbestimm­te Zeit verschieben. Auch geplante Freizeitveranstaltungen innerhalb des Vereins wie beispielsweise die Hütten­wochenenden oder Grillfeste haben wir verlegt.

Wie steht der Verein finanziell da?

Die Fasent hat stattgefunden, was dazu führt, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt im wesentlichen auf unse­ren "normalen" – beziehungsweise auf soliden – Fü­ßen stehen. Die laufenden Kosten fallen jedoch auch in diesen Zeiten an. Somit geht unser Blick natürlich gespannt in Richtung Gemeinde, welche in den kommenden Wochen oder Monaten eine Entscheidung bezüglich des diesjäh­rigen Katharinmarktes treffen muss. Dieser ist neben der Fasent unsere Haupteinnahmequelle. Sollte der Markt – verständlicherweise – im Jahre 2020 nicht stattfinden können, werden wir uns weitere Gedanken innerhalb des Zunftrates machen müssen.

Was mchen die Eulen zur Zeit? Wie wird der Kontakt zu den Mit­gliedern aufrechterhalten?

Da sich in den vergangenen Wochen oder Monaten das Leben hauptsächlich in den ei­genen vier Wänden abgespielt hat, war es natürlich nicht möglich, die üblichen persönlichen Treffen wie die Zunftratssitzun­gen abzuhalten. Hier mussten wir dann doch öfters auf das gute alte Telefon zurückgreifen – denn das Leben innerhalb eines Vereins geht auch während einer Pandemie wei­ter. Ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen, plant die Zunft im Jahre 2022 ihr 55. Jähriges Bestehen gebührend zu feiern. Es wird uns also auch in den aktuellen Zeiten nicht langweilig. Den Kontakt zu den Mitgliedern halten wir wie üblich durch unser "Zunft­schreiben". Dies ist ein in unregel­mäßigen Abständen verfasstes Info-Schreiben über die aktuellen Ge­schehnisse. Diese Art der Kommu­nikation hat es jedoch auch schon vor Corona gegeben.

Was planen die Eulen in der näheren Zukunft?

Die aktuellen Beschlüsse des Lan­des gelten noch bis Ende des Sommers – es kommt zu immer mehr Lockerun­gen. So laufen unsere gewöhnli­chen Planungen für einen "norma­len" Katharinenmarkt im November und auch eine "normale" Fasent 2021. Wir sind zum aktuellen Zeit­punkt optimistisch, dass wir diese Veranstaltungen wie üblich feiern können. Über allem steht jedoch die Gesundheit der Mitglieder und allen anderen Menschen im direkten Um­feld, so dass wir natürlich unsere Planungen den jeweiligen Gegeben­heiten anpassen müssen. Um es mit den Worten von Hannah Arendt zu sagen: "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor, hoffen das Beste und nehmen es, wie es kommt."

Fragen von Zlatka Kiryakova

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