Seelbach Im Einsatz für die Umwelt

Seelbach - Entscheidungen zum Klimaschutz werden meist auf nationaler und internationaler Ebene getroffen. Doch es bedarf auch eines Beitrags der Kommunen. Seelbach braucht sich da nicht zu verstecken, so Bürgermeister Thomas Schäfer.Die Gemeinde Seelbach ist bekanntlich anerkannter Luftkurort, der Tourismus hat einen hohen Stellenwert.

Nicht nur deswegen engagiert man sich seit Jahren aktiv für erneuerbare Energien und Effizienzstrategien. Der Bürgermeister formuliert das so: "Für den Klimaschutz muss man ständig arbeiten."

Viele Projekte seien schon umgesetzt worden. Die öffentlichen Gebäude in der Gemeinde werden etwa bereits zu 95 Prozent mit regenerativer Energie versorgt. Dafür ist seit fünf Jahren die Heizanlage mit Hackschnitzel in Betrieb.

An das Nahwärmenetz sind angeschlossen: Bauhof, Feuerwehr, DRK, Bürgerhaus, Rathaus, Sporthalle, Geroldsecker Bildungszentrum, Seniorenheim St. Hildegard, evangelische Kirche und die privaten Haushalte auf dem Löffler-Areal. Durch das Nahwärmenetz wird der CO2-Ausstoß um rund 350 Tonnen pro Jahr reduziert.

Kürzere Transportwege durch regionale Vermarktung

Die Straßenbeleuchtung und die Innenbeleuchtung der kommunalen Gebäude sind auf LED umgestellt. Das gilt auch für das neue Rathaus. Mit der Optimierung der Gebäudetechnik können 587 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden. So steht es in der Vorlage für den Gemeinderat vom April 2015, der Sitzung, in der die Gemeinderäte mit Unterstützung der Badenova das neue Konzept für den Klimaschutz berieten.

Der Bürgermeister erinnert sich: "Die Frage war, wo können wir CO2 sparen". Man habe sich alle öffentlichen Gebäude, deren Strukturen und die Bauweise angesehen und eine Potenzialanalyse erstellt. Die Hausmeister wurden qualifiziert. Die Gemeinde bot auch Workshops für Hausbesitzer an, denn auch sie will man in diesem Bereich sensibilisieren.

Neben Windenergieanlagen investiert die Gemeinde in Photovoltaik. So wird das neue Rathaus mit Strom vom Schulhausdach versorgt. Auf dem Rathausdach lässt das der Denkmalschutz nicht zu.

"Wind und Photovoltaik haben das größte Potenzial", so Schäfer. So sind Photovoltaikanlagen für die künftigen Hausbesitzer im Neubaugebiet "Oberes Feld III" in Wittelbach vorgeschrieben. Ein Vergleich: Laut einem Fachblatt für Photovoltaik plant das Land Baden-Württemberg die Verbindlichkeit dieser Anlagen erst ab 2022. Die Gemeinde ist hier also ihrer Zeit voraus.

Schäfer sagt, dass man auch an kleinere Projekte denken müsse, um weiterzukommen. Dazu gehöre die geplante Erweiterung des Schlachthauses in Wittelbach. Denn die regionale Vermarktung führe zu kürzeren Transportwegen, die gut für die Umwelt und das Tierwohl seien. Seine Bilanz: "Klimaschutz kostet Geld. Die Nachhaltigkeit und der langfristige Nutzen zahlen sich für Mensch und Natur aus."

Start 1995

Bereits 1995 ist in Seelbach eine Bürgerkommission ins Leben gerufen worden. Seit 2004 gibt den Energielehrpfad an der Schutter. Seit 2010 werden auf den Dächern öffentlicher Gebäude Photovoltaikanlagen eingerichtet. Die Straßenbeleuchtung wird seit 2009 auf LED umgestellt. 2015 hat der Gemeinderat ein Klimaschutzkonzept beschlossen.

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