Seelbach "Gemeinsam Unmögliches wahr gemacht"

"Romeo" Raphael Cisar und "Julia" Kristina Fehse, umrahmt vom Ensemble, darunter auch Katja Thost-Hauser (Zweite von rechts) sowie Bruno und Jenny Thost (Dritter und Vierte von rechts). Bürgermeister Thomas Schäfer (rechts) freut sich schon auf die Aufführung. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Von Endrik Baublies

Seelbach. Die Schauspieler sind da, die Proben zu den diesjährigen Freilichtspielen gehen in die heiße Phase. Am Montag haben Bürgermeister Thomas Schäfer und Hauptamtsleiter Pascal Weber die Hauptdarsteller von William Shakespeares "Romeo und Julia" empfangen.

Thomas Schäfer beschrieb bei der Begrüßung im Osthofzimmer des Rathauses das Besondere an den Freilichtspielen so: "Es gibt zwölf wichtige Rollen, fünf davon sind aus dem Tal besetzt." Mit dem Begriff "Tal" meinte Schäfer, dass neben sieben Profis aus Wien und Hamburg auch fünf "Laien" aus Seelbach und Umgebung zum Kern des diesjährigen Ensembles gehören.

Bruno Thost, der Initiator der inzwischen elften Freilichtspiele, freute sich beim Empfang über die "Heimkehr in meine Jugend". Der heutige Wiener Burgschauspieler stammt aus Seelbach und hat in Lahr das Abitur gemacht. Thost ergänzte, dass er die "besondere Familienatmosphäre der Aufführungen im Klostergarten" schätze. Dazu komme die Unterstützung und die Achtung der überwiegend aus der Region stammenden Gäste. Bei der Gelegenheit dankte Thost, der – neben seiner Rolle als Pater Lorenzo – Intendant ist, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat für offene Ohren. Er habe schon viele Freilichtspiele erlebt. "Die Atmosphäre der Seelbacher Freilichtspiele ist aber einmalig." Noch eine Ergänzung hatte Bruno Thost. Auf der Bühne im Klostergarten habe es bereits Bagger, Pferde, einen Porsche und ein Motorrad gegeben. Ob das ein Versprechen für dieses Jahr ist, wollte er nicht verraten.

Rolle des Mercutio musste kurzfristig getauscht werden

Katja Thost-Hauser, die Regie führt und die Rolle der Lady Capulet, Julias Mutter, übernimmt, sagte in – verständlichem – Wienerisch, dass die Wiederkehr nach Seelbach sei, "wie ein Stückerl nach Hause zu kommen". Sie freute sich über das gesamte Ensemble, rund 30 Laien und Profis, "die zusammen bereits unmögliche Dinge wahr gemacht haben". Und den Beweis trat die Regisseurin auch prompt an: Lucas Englander, der für die Paraderolle des Mercutio im Stück vorgesehen war, hatte kurzfristig absagen müssen. Den Part übernimmt jetzt Marcus Lay. Zu Raphael Cisar (als Romeo Montague) bemerkte die Regisseurin: "Wir sprechen dieselbe Sprache." Das gilt auch für Marc Bollmeyer, der die Choreografie erdacht hat, die Anne Petersen als "Dance Captain" proben wird. Er ist unter den Profis der einzige Nichtwiener. Bollmeyer stammt aus Hamburg.

Kristina Fehse, Oberschülerin aus Seelbach, übernimmt als Julia die zweite Hauptrolle. "Es war an der Zeit für eine solche Rolle", ist sich Regisseurin Katja Thost-Hauser sicher.

Mit Blick auf den bedeckten Himmel aus dem Fenster des Osthofzimmers (der Empfang war vom Kreuzgang in das Rathaus verlegt worden) hoffte die Regie jetzt vor allem auf "besseres Wetter". Mercutio sagt dazu im Stück, dritter Akt, erste Szene, nach einer Übersetzung von August Wilhelm von Schlegl: "Hier ist mein Fiedelbogen, wart, der soll Euch tanzen lehren! Alle Wetter!"

INFO 

Aufführungen

Die Premiere zu "Romeo und Julia" von William Shakespeare findet am Samstag, 13. September, im Klostergarten statt.

Weitere Aufführungen sind am Sonntag, 14. September und am Wochenende 19. / 20 und 21. September.

Beginnen werden die Aufführungen immer um 18 Uhr. Nur am 21. September ist um 15 Uhr Start der Vorstellung.

Bei schlechtem Wetter finden die Vorstellungen im Bürgerhaus statt.

Laut Pascal Weber sind 75 Prozent aller Karten bereits verkauft.

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