Seelbach Jubiläum: Geburtstag wird lautstark gefeiert

Die Teilnehmer des VHS-Kurses laden zum Geburtstagskonzert in Seelbach ein. Foto: Kiryakova

Seelbach - Ein außergewöhnlicher Kurs der VHS-Außenstelle Seelbach feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen: "Musik auf historischen Instrumenten" war lange Zeit deutschlandweit der einzige Kurs seiner Art an einer Volkshochschule.

Viele der Teilnehmer kommen aus Freiburg, Oberkirch, Gengenbach, Mahlberg, Ettenheim. Jede Woche fahren sie den weiten Weg nach Seelbach, um das Spielen auf historische Musikinstrumenten zu erlernen. Unterrichtet werden die Kursteilnehmer von Günter Bläsi aus Neuried und Karin Nachtigall aus Lahr, die den Zusatzkurs "Mittelalterliche und traditionelle Tanzmusik" leitet. Nachtigall ist auch Mitglied der von Bläsi gegründeten Musikgruppe "Ridewanz", die mit Melodien aus dem gesamten europäischen Raum im Stil mittelalterlicher Spielleute auftritt. Die Musiker beherrschen mehr als 20 mittelalterliche Instrumente wie Sackpfeife, Drehleier, Böhmischer Bock, Psalter, Waldzither, Schwegel, Fidel, Gitarre, Flöten und Schlagwerk. Bläsi selbst entdeckte seine Liebe zur mittelalterlichen Musik als Zuhörer bei einem Konzert Anfang der 1990er-Jahre.

Dudelsack erlebt in Deutschland eine Wiedergeburt

Beim Schuttertäler Instrumentenbauer Helmut Moosmann lernte er dann Schäferpfeife und auch andere mittelalterliche Instrumente wie die Drehleier oder den Böhmischen Bock spielen. Als Moosmann krank wurde, übergab er Bläsi die Leitung des VHS-Kurses über das Musizieren mit historischen Instrumenten, den er selbst 1994 gegründet hat. "Vor 70 Jahren gab es fast keine Dudelsackspieler in Deutschland", erzählt Bläsi. Seit einiger Zeit erlebe dieses Instrument aber eine Wiedergeburt und werde als Teil der Tradition neu geschätzt. In Deutschland fänden traditionelle und neu entwickelte Sackpfeifen auf Mittelalterfesten und -märkten viele Liebhaber.

Die Seelbacherin Marion Gumper besucht den Kurs seit 20 Jahren. Sie spielt Dudelsack und tritt zusammen mit dem Trommler Helmut Hertel aus Kappel-Grafenhausen beim Geroldsecker Burgfest und den Erlebnisburgführungen auf.

Fingerkoordination und Atemtechnik spielen wichtige Rolle

"Das erlernen des Instruments ist nicht so schwer, aber auch nicht einfach" sagt sie. Neben der richtigen Fingerkoordination und Atemtechnik müssen die Spieler kräftig und ausdauernd auf den Luftsack, den sogenannten Chanter, drücken, um einen gleichmäßigen Ton zu erzeugen. Auch der bekannte Mundartbarde Wolfgang Miessmer ließ sich für den Kurs begeistern und ist seit Anfang des Jahres dabei, er spielt diatonisches Akkordeon.

Beim Jubiläumskonzert werden die Kursteilnehmer unterstützt von den Dozenten Bläsi und Nachtigall, Stücke aus unterschiedlichen Epochen und Ländern im Stil der mittelalterlichen Spielleute präsentieren. Auch Tanzmusik wird gespielt. Dabei werden die Tänze erklärt und gemeinsam mit dem Publikum auch getanzt.

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