Seelbach Freude und etwas Enttäuschung

Seelbach - Die Tennisplätze sind wieder ge­öffnet. Nach einem verzögerten Saisonstart wegen der Corona-Pandemie freuen sich Tennisbegeisterte in Seelbach, wieder spielen zu dürfen.

Großer Abstand als Vorteil der Tennisspieler 

Dass sich beim Tennis die Spieler nur selten in die Quere kom­men, wirkt sich zu ihrem Vorteil aus. Während die meisten Hallen- und Mannschaftssportarten wohl noch lange auf eine Lockerung warten müssen, dürfen Tennisbe­geisterte auf die Plätze. "Es gab viele Auflagen, die wir umsetzen mussten", erzählt Christine Him­melsbach, die Vorsitzende des TC Seelbach. So dürfen sich die Sportler, aber auch Trainer bei­spielsweise nicht näher als 1,50 Me­ter kommen. Händeschütteln ist ver­boten. Mannschaftsspiele sind nicht erlaubt, auch kein Doppel. "Wir haben viele Doppelspieler, die sich aktuell nicht treffen können", so Himmelsbach. Duschen und Um­kleidekabinen bleiben geschlossen. Nur die Toiletten sind geöffnet. Zu­schauer sind nicht erlaubt, und es gibt keine Bewirtung im Clubheim. Das gesellige Zusammensitzen nach dem Spiel ist nicht möglich. Das Motto zurzeit: Kommen, Ab­standhalten, Spielen, Gehen.

Enttäuschung wegen der vielen Absagen 

In die Freude um die Eröffnung mischt sich etwas Enttäuschung. Viel Arbeit hat der Vorstand in die neue Saison investiert, Ideen entwickelt, verschiedene Angebote und Events ge­plant. Sogar ein Flyer mit dem Ver­anstaltungsprogramm wurde ge­druckt. Es sollte ein ereignisvoller und spannender Sommer für alle werden. Stattdessen wurden und werden die ge­planten Aktionen nach und nach ab­gesagt – so das beliebte Tenniscamp für Kinder und Jugendliche in den Pfingstferien. Auch das "Schleifchenturnier" wird es nicht ge­ben. Ob die "Seelbach Open" und das Sommerfest am 1. August stattfinden können, ist noch offen. "Wir wollen die geplanten Veranstaltungen im August noch nicht aufgeben, vielleicht ändert sich bis dahin etwas", sagt Himmels­bach.

Die Zeit des Lockdowns hat der Tennisclub genutzt, um das Clubheim zu renovieren und das Gelände und die Spielplätze wieder auf Vorder­mann zu bringen. Die Fassa­de wurde gestrichen, die Außenanla­ge neugestaltet. Rund 100 Arbeits­stunden haben die Männer der Senio­renmannschaft Ü 60 seit Anfang April dort investiert. Auch diese Arbeiten mussten koordiniert werden, berichtet Himmelsbach. Die Helfer kamen immer einzeln und im Wechsel. Unterstützung bekam der Club von ansässigen Firmen, die unentgeltlich Hilfe geleistet haben.

Finanziell steht der Tennisclub zwar gut da, wichtige Einnahmen wie durch die Bewirtung im eigenen Clubheim und der Stand bei dem Sonnwendlauf fallen aber aus.

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