Seelbach Finanzielle Verluste noch verkraftbar

Der Tourismus spielt in Seelbach keine unerhebliche Rolle. Mittlerweile sind die ersten Gäste schon wieder da, um die Ruhe und die Natur rund um den Luftkurort zu genießen. Foto: Kiryakova

Seelbach - Ob Großstädte oder kleine Dörfer – alle Kommunen haben gerade das gleiche Problem: Während viele Kosten weiterlaufen, brechen Einnahmen durch die Pandemie ein. Die Gemeinde Seelbach ist bisher vergleichsweise glimpflich davongekommen.

Bis jetzt ganz gut durch die Krise gekommen 

Die Verluste belaufen sich bisher auf rund 47000 Euro, so Bürgermeister Thomas Schäfer in der Sitzung des Gemeinderats. "Wir sind nicht extrem gebeutelt", lautete sein Kommentar dazu. Man sei bis jetzt ganz gut durch die Krise gekommen. Auch bei den Erkrankungen gebe es gute Nachrichten, zuletzt hat es keine Neuinfektionen in Seelbach gegeben. Daher sei es auch wichtig, dass es erste Lockerungen im Unterricht am Bildungszentrum geben würde.

Mit Tourismus fehlt wichtige Einnahmequelle 

Der Bürgermeister und Kämmerer Wolfgang Mech stellten genauere Zahlen mit Stand Ende Mai vor. Da derzeit kaum Touristen kommen, würde eine wichtige Einnahme ausfallen. So fehlen aktuell Einnahmen der Kurtaxe von knapp 26 000 Euro. Wie wir bereits berichtet haben, sind erste Gäste aber jetzt wieder da. Die abgesagten Kulturtage im März haben ein Minus von knapp 6000 Euro verursacht. Außerdem gab es Ausgaben für Schutzmaßnahmen – Masken, Trennwände und Desinfektionsmittel – in Höhe von knapp 15 000 Euro. Dazu kommen fehlende Einnahmen bei den Hallengebühren, der Minigolfanlage und im "Belmondo" im Bürgerhaus von zusammen 8500 Euro.

Einsparungen gab es dagegen bei Personalkosten für Betreuung in der Schule. Viele Mitarbeiter der Gemeinde hätten bei dieser Gelegenheit Überstunden abgebaut. Die Einnahmen, die die Gemeinde vom Land als Ausgleich erhalten hat, betragen rund 59000 Euro (wir haben berichtet).

Defizite im Haushalt und der Forstwirtschaft 

Wegen der Corona-Krise wird die Gewerbesteuer in diesem Jahr geringer ausfallen. Handwerkerbetriebe haben zwar gut zu tun, Firmen wie Julabo und New Albea aber mussten Kurzarbeit anmelden. Auch der kommunale Forstwirtschaftsplan wird mit einem Defizit abschließen. Bei der Forstwirtschaft liegt das allerdings nicht an Corona, sondern an der Dürre des vergangenen Jahres bei der Holzernte und dem Verkauf.

Die Sanierung und der Umbau des Rathauses gehen ohne Einschränkungen weiter. Auch der geplante zweite Bauabschnitt der Eisenbahnstraße wird fortgesetzt. Der Verlust durch die abgesagten Freilichtspiele sei noch nicht errechnet. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Krise meistern können", stellte der Bürgermeister abschließend fest. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen ohne Diskussion zur Kenntnis.

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