Seelbach Fastnacht: Ein Umzug mit vielen Höhepunkten

Seelbach - Frühlingshafte Temperaturen und ein buntes Treiben haben am Sonntag für närrischen Frohsinn auf Seelbachs Straßen gesorgt. Viele Besucher aus der Region und auch von weiter her verfolgten den traditionellen Fasentumzug der Eulenzunft.

Vor dem eigentlichen Umzug waren vor allem die Kinder in heller Aufregung. "Narri" und "Narro" riefen sie voller Erwartung. Um Punkt 14.11 Uhr marschierten der Seelbacher Musikverein, die Eulenzunft und die Amraser Matschgerer aus Innsbruck als erste die Marktstraße hoch.

Wie am Abend zuvor im Bürgerhaus erwiesen sich die Tiroler als echte Hingucker. Vor der Baustelle des Rathauses, wo die Ehrentribüne stand, führten die Schianen oder auch "Kurz" ihren traditionellen Schuhplattlern-Tanz auf und sorgten für Begeisterung. Die zentrale Gestalt der Innsbrucker Narren trägt die Krachlederne kurz und glänzt mit einem aufwendigen Kopfschmuck. Den Schianen folgten die "Zottler", die mit ihren ausgefallenen Hüten aus Schafsfell und einem ausgestopften Greifvogel ebenso beeindruckten.

Die "Zoller Hexen" aus Hechingen führten ein besonderes Kunststück vor. Sie stapelten hoch und bildeten eine Pyramide aus Hästrägern über vier Schultern, das den Applaus des Publikums redlich verdiente. Aus Seelbach nahmen die Raulotzis am Treiben teil.

Hexen, Teufel und auch Katzen

Die Wittelbacher Schnaig-Hexen waren dabei, wie auch die Bremsdorfer aus Dörlinbach und die Geisenmeckerer aus dem Bergdorf Schweighausen. Aus Kuhbach waren die "Kühe" zu ihren Nachbarn gekommen. Von weiter her waren ein Musikzug aus Schwenningen, die Strohmannszunft aus Sigmaringen, die Katzenzunft aus Hardt im Landkreis Rottweil oder aus Freiburg die Georgs-Schalmeien. Unter Hexen, Teufeln und Giftzwergen waren die Katzen eine doch ungewöhnliche Erscheinung. Die Begriffe Schnurren und Schnaigen, eine alte Tradition in der schwäbisch-alemannischen Fasent, bekamen da eine ganz eigene Bedeutung.

Auch die Zuschauer glänzten mit einer fantasievollen Auswahl an Kostümen, Maskeraden und Perücken in allen Farben. Bewohner des Seniorenheims St. Hildegard waren auch gekommen und erfreuten sich an dem bunten Treiben und dem strahlenden Sonnenschein. Es gab auch ganz kleine Narren, die noch in den Armen der Mamas den gelungenen Umzug verfolgten oder trotz des beträchtlichen Geräuschpegels friedlich schliefen.

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