Seelbach Eine Gemeinderätin auf Zeit?

Noch bevor sich der Seelbacher Gemeinderat konstituiert hat, bahnt sich ein Wechsel an. Vivian Lehmann von der SPD zieht wohl wegen des Studiums weg. Vorerst wird sie allerdings am Ratstisch Platz nehmen, wie es aus der Fraktion heißt.

Seelbach. Erst vor einigen Tagen hat Vivian Lehmann am Clara-Schumann-Gymnasium in Lahr ihr Abitur bestanden. Zum neuen Semester, das im Herbst startet, zieht es sie dann wohl zum Studium weg aus Seelbach. Das bestätigte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Himmelsbach auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zunächst wird Lehmann, die derzeit ihren Urlaub nach den Prüfungen genießt, die Wahl aber annehmen, sagt Himmelsbach weiter. Erst zum Zeitpunkt des Umzugs werde sie sich ummelden. Und dann ist sie keine Seelbacher Bürgerin mehr und dürfte nicht mehr am Ratstisch Platz nehmen. Dieses Szenario bezeichnet Wolfgang Himmelsbach als "relativ sicher".

Sollte es dazu kommen, würde Karsten Hinrichsen als Gemeinderat nachrücken. Der Wittelbacher holte bei der Kommunalwahl am 26. Mai 612 Stimmen – nur fünf weniger als Vivian Lehmann (617). Hinrichsen, der auf Listenplatz fünf stand, wisse Bescheid und stehe bereit, sagte Himmelsbach. Das Ausscheiden Lehmanns (Listenplatz sechs), der jüngsten Rätin im Seelbacher Gremium, bedauert der Ortsvereinsvorsitzende. "Ich finde das sehr schade. Wir waren überrascht, wie viele Stimmen sie bekommen hat", sagte er. Aber natürlich habe er auch Verständnis für die Entscheidung seiner Parteikollegin. "Man muss das akzeptieren und unterstützen", sagte Himmelsbach.

Wenn Vivian Lehmann also wirklich im Herbst aus dem Seelbacher Rat ausscheidet, hat sie in dieser Legislaturperiode kein Anrecht mehr auf eine Rückkehr in das Gremium. Sie könnte sich dann frühestens bei den nächsten Kommunalwahlen 2024 wieder zur Wahl stellen. Voraussetzung wäre natürlich, dass sie wieder in Seelbach wohnt.

Der Seelbacher Gemeinderat trifft sich am Montag, 22. Juli, um 19 Uhr im Bürgerhaus im Klostergarten zu seiner konstituierenden Sitzung.

Am Abend nach der Wahl hätte Karsten Hinrichsen wohl noch nicht an ein mögliches Nachrücken gedacht. Denn damals lag er im SPD-internen Ranking nur auf Rang sechs – die SPD hat aber nur vier Sitze. Doch gut eine Woche später wurde das Ergebnis korrigiert – einige Stimmen aus Wittelbach waren nicht an die Gemeinde übermittelt worden – und Hinrichsen rückte auf SPD-Platz fünf vor.

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