Seelbach Derby als "echter Prüfstein"

Ein Gradmesser für beide Seiten: Der FSV Seelbach (linkes Bild, blaues Trikot) und der FV Sulz (rechtes Bild, schwarzes Trikot) treffen am Sonntag im direkten Duell aufeinander. Fotos: Heck Foto: Lahrer Zeitung

Tabellarisch gesehen ist es das absolute Topspiel des Bezirksliga-Spieltags. Der FSV Seelbach empfängt den FV Sulz. Die Gäste sehen dabei ganz klar die Schuttertäler in der Favoritenrolle, wollen den Tabellenführer aber natürlich gerne ärgern.

Bezirksliga: FSV Seelbach – FV Sulz (Sonntag, 15 Uhr). Mit der Tabelle ist es so eine Sache. Einerseits stehen dort die nackten Zahlen, viel Raum für eigene Interpretationen gibt es zumindest nicht. Auf der anderen Seite wusste schon Felix Magath im Jahr 2009, als er noch Trainer beim VfL Wolfsburg war: "Die Tabelle, die ja nie lügt, täuscht ja oft."

Ähnlich dürfte es Markus Höpfner, Trainer beim Tabellenführer FSV Seelbach, sehen. 20 Punkte hat seine Elf nach acht Spielen auf dem Konto, sechsmal gingen die Schuttertäler als Sieger vom Feld, zweimal spielten sie unentschieden. Auf den Tabellenzweiten aus Renchen hat man dadurch mittlerweile vier Punkte Vorsprung. "Es ist trotz allem recht ausgeglichen", tritt Höpfner auf die Euphoriebremse.

Auf Kampfansagen in Richtung Meisterschaft wartet man bei ihm vergeblich. "Wir sehen uns nicht als Meisterschaftsaspirant", sagt der Coach, der erst im Sommer von der Co-Trainer-Position ins erste Glied ausgerutscht ist, als Domenico Bologna sein Amt kurzfristig niedergelegt hatte. Höpfner befindet sich daher immer noch in einem "Lernprozess". "Aber die Mannschaft macht es mir leicht", so der FSV-Coach, der "sehr, sehr zufrieden" mit den bisherigen Leistungen seiner Elf ist. Und auch wenn der Aufstieg nicht das erklärte Ziel ist, so hat man im Schuttertal durchaus Ambitionen. "Unser Ziel ist es, an die Leistungen der letzten Jahre anzuknüpfen", sagt Höpfner.

Das dürfte die Seelbacher von ihrem kommenden Gegner unterscheiden. Beim FV Sulz war man mit dem Abschneiden in der vergangenen Saison überhaupt nicht zufrieden. Nach sieben Spielen scheint man beim FVS auf einem guten Weg, mit 13 Punkten – und einem Spiel weniger als Seelbach und Renchen – steht die Mannschaft von Trainer Jan Herdrich auf Platz drei.

Nicht nur deshalb spricht Höpfner im Vorfeld des Derbys gegen Sulz von einem "richtig, richtig schwerem Spiel". Die Gäste seien eine eingeschworene Truppe mit vielen jungen Spielern. "Es wir ein ganz harter Prüfstein für uns", ist er überzeugt.

Bei den Sulzern weiß man derweil um die Stärke der Seelbacher. "Man muss sehen, wo Seelbach steht und da stehen sie auch berechtigt", sagt Jürgen Binder, Spielausschussvorsitzender beim FVS. Die Favoritenrolle am Sonntag sieht er daher ganz klar bei den Hausherren. "Wir versuchen, Seelbach zu ärgern", so die fast schon bescheidene Zielsetzung.

Denn verstecken müssen sich die Sulzer, die am vergangenen Wochenende spielfrei hatten, nicht. Der Tabellenplatz jedoch ist für Binder gar nicht so wichtig, entscheidender sei die Anzahl der Punkte. Mit 13 Zählern kann man derzeit leben, am Ende der Saison würde man gerne auf einem einstelligen Rang stehen.

Beide Seiten freuen sich auf das Spiel am Sonntag

Für Sonntag erwartet Binder ein "spannendes Spiel", das man wohl mit ähnlichem Kader wie zuletzt bestreiten wird. Zwar habe die Pause den angeschlagenen Spielern gut getan, für die Startelf wird es bei den Rückkehrern aber wohl noch nicht reichen.

Etwas mehr Probleme hat FSV-Coach Höpfner, der drei Verletzte ersetzen muss. "Es macht’s nicht einfacher – aber ich bin guter Dinge", freut er sich auf das Spiel, das für beide Teams ein Gradmesser werden wird.

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