Seelbach Badespaß kommt trotz Auflagen nicht zu kurz

 Foto: Kiryakova

Seelbach - Badeanzug, Badetuch und Sonnencreme einpacken und spontan ins Freibad gehen, ist jetzt in Seelbach so nicht möglich. Wer sich dort abkühlen will, muss einiges beachten. LZ-Mitarbeiterin Zlatka Kiryakova hat den Selbstversuch gemacht. Wer baden gehen will, muss vorher planen.

Planung beginnt mit Blick aufs Wetter

Meine Planung beginnt mit einem Blick auf die Wetterprognose. Ich entscheide mich für den Samstag, der Tag wird richtig heiß. Dann brauche ich eine Eintrittskarte. Die kann man nicht am Eingang des Bades kaufen, sie muss vorab online gebucht werden. Die Buchung selbst ist einfach und geht schnell: Neben der Angabe persönlicher Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer müssen der gewünschte Tag und die Uhrzeit angegeben werden. Die Tickets gelten nur für einen halben Tag (siehe Info). Ich entscheide mich für einen Besuch zwischen 15 und 20 Uhr. Nach ein paar Minuten habe ich mein Ticket auf dem Handy und als E-Mail – zum Ausdrucken.

Am Eingang steht ein Mitarbeiter einer Security-Firma, die Eintrittskarte auf meinem Handy und mein Personalausweis werden am Kiosk kontrolliert. Einen Platz in der Sonne zu finden, fällt leicht – es gibt genug freie Fläche. Da wo sich in den vergangenen Jahren an heißen Tagen die Leute fast aufeinanderstapelten, ist reichlich Platz: Meine "Nachbarn" sind gut acht bis zehn Meter entfernt.

Strenge Regeln sichern Badespaß

Auch das Schwimmbecken ist fast leer. Nur im Nichtschwimmerbereich sieht es voller aus – wer auf die Breitwellenrutsche will, muss sich in die Schlange stellen. Man darf nur einzeln hoch.

Drei Mitarbeiter der Sicherheitsfirma und zwei Bademeister achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Außerdem sind zwei Reinigungskräfte ständig damit beschäftigt, alle Oberflächen zu desinfizieren.

Die Besucher stört das offenbar nicht. Das System kommt gut an, viele finden es richtig, dass man hier permanent für Sicherheit und Sauberkeit sorgt. Einige erzählen mir von ihrer Erfahrung in anderen Freibädern, wo kaum darauf geachtet werde. Auch die Onlinebuchung der Tickets sei unkompliziert, da sind sich die Gäste einig.

Nur wenige Seelbacher im Familienbad

Etwas ist aber auffallend: Es sind nur wenige Seelbacher an diesem Samstag im Familienbad. Die Mehrheit seien Gäste des Campingplatzes und Touristen, die hier ihren Urlaub verbringen, sagt man mir. Woran es liegt, dass die Einheimischen fernbleiben, will ich wissen und frage bei einer Seelbacher Familie nach. "Wir sind schon zwei Mal hier gewesen und werden wiederkommen, aber nicht so oft wie in dem vergangenen Jahr", erzählen sie mir. Ein Besuch müsste geplant werden, spontan kommen funktioniere nicht. Dass so wenig Seelbacher da sind, könne auch daran liegen, dass viele sich "Gartenpools" gekauft haben oder aber zu einem der Seen in der Umgebung fahren. Da sei ein spontaner Besuch eben möglich.

Ich habe keinen Pool im Garten und werde nicht an einem See baden gehen. Stattdessen werde ich wiederkommen, das steht für mich nach dem Besuch im Familienbad am Samstag fest.

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