Seelbach Appell erreicht jetzt fast alle

Seit Tagen wird an die Menschen appelliert, soziale Kontakte einzuschränken. In Seelbach, wie an vielen anderen Orten auch, sind alle Einrichtungen der Gemeinde bis auf Weiteres geschlossen.

Seelbach. Aber wie sieht es mit Arztpraxen, Apotheken, Bäckereien und Geschäften im Dorf aus? Und halten sich die Seelbacher an die Vorschriften? Ein Rundgang:

Der dringende Appell der Behörden möglichst, zu Hause zu bleiben, wird in Seelbach, so der erste Eindruck, von vielen Personen befolgt. Das hat sich geändert, denn am Mittwochvormittag war noch eine große Zahl Menschen – sowohl zu Fuß als auch im Auto – unterwegs. Nur die Spielplätze waren verwaist. Die Gemeinde hatte dort Schilder angebracht, die das Betreten verbieten.

Keine Selbstbedienung bei Obst und Gemüse

Den Rat, Abstand zu anderen Menschen zu halten, nahmen einige Seelbacher am Mittwoch nicht so genau, gestern, Freitag, sah das schon anders aus. Im Verkaufsraum des Blumen-Pavillons Himmelsbach ist eine Tafel angebracht, auf der darum gebeten wird, Abstand zu halten. Das wird deutlich mehr beachtet als zuvor. Bei Obst und Gemüse gibt es keine Selbstbedienung mehr. Vor der Tür stehen die Kunden nicht mehr an den Blumentischen nebeneinander, um sich zu unterhalten. "Manche Menschen halten sich nicht sonderlich an die Vorschriften", hatte Inhaberin Andrea Himmelsbach noch am Mittwoch erzählt.

In der Netto-Filiale achten die Kunden an der Kasse vermehrt darauf, Abstand voneeinander zu halten. Im Edeka Supermarkt gibt es Markierungen die auf den nötigen Abstand hinweisen.

Wer zur Arztpraxis von Thomas Panter kommt, steht vorerst vor der geschlossenen Tür und muss klingeln. Da einige Patienten sich nicht an die Aufforderung: "einzeln eintreten", gehalten haben, sah man sich gezwungen, die Tür abzuschließen.

In der Gemeinschaftspraxis von Thomas May und Annette Morstadt ist die Eingangstür zwar auf, Patienten müssen aber im Freien warten. Eine Schachtel mit Rezepten liegt draußen zur Selbstbedienung. In nicht dringenden Fällen wird den Patienten der beiden Praxen empfohlen, sich telefonisch mit den Medizinern in Kontakt zu setzen.

Mitarbeiter hinter Plexiglasscheiben

Sowohl die Kloster-Apotheke als auch die Rohan-Apotheke haben auf die Situation schnell reagiert. Die Mitarbeiter an der Kasse stehen hinter Plexiglasscheiben. Dort wird auch auf Abstand geachtet. Beide Apotheken bieten verstärkt ihren Lieferdienst an. Viele kaufen Medikamente auf Vorrat, die Nachfrage nach Desinfektionsmittel sei enorm, erzählen Angelika Klüh von der Kloster-Apotheke und Barbara Frey von der Rohan-Apotheke.

In der Metzgerei Weber läuft der Betrieb auf Hochtouren. Die Menschen kaufen Vorräte, die Produktion von Konserven musste erhöht werden, sagt Inhaber Alexander Weber. Er hat auch den Eindruck, dass viele Menschen nun Zeit haben zu kochen, und deshalb mehr einkaufen. Damit im Verkaufsraum genug Platz ist und Abstand gehalten wird, hat er einige Tische weggeräumt. Am Eingang steht eine Flasche mit Desinfektionsmittel. Auch die Metzgerei bietet einen Lieferdienst für die Menschen, die nicht kommen können.

Alle drei Bäckereien in der Gemeinde haben geöffnet. "Wir versuchen, die Ruhe zu bewahren", sagt Nicole Dilger. Viele Kunden vermeiden es, die Türgriffe anzufassen, erzählt sie noch. "Hygiene und noch mal Hygiene" heißt es in der Bäckerei Krämer. Wer bei der Bäckerei Heitzmann etwas trinkt oder isst, muss seine Kontaktdaten angeben. Das ist in allen Cafés und Restaurants, die geöffnet haben, vorgeschrieben. Es ist ein Schutz, falls es irgendwo zu einer Infektion kommen sollte. Die Gäste, die hier gesessen haben, können dann benachrichtigt werden. Café to go ist davon nicht betroffen. Auch das wird überall so gehandhabt.

Viele Seelbacher sind übrigens zur Zeit bei der Gartenarbeit zu beobachten, das mag am schönen Wetter oder an Corona liegen.

Die Einrichtungen der Gemeinde Seelbach sind geschlossen, die Postfiliale hat jedoch noch geöffnet. Pakete können beispielsweise verschickt werden und Geld kann abgeholt werden.

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