Seelbach Altar wird zwischen zwei Bäumen aufgebaut

Für die Vorbereitung des Gottesdienstes am Sonntag beim Tretenhof hat Anke Doleschal Maß genommen, schließlich müssen die Besucher Abstand halten. Foto: Baublies

Seelbach - Die Wiese beim Tretenhof wird am Sonntag ab 9.30 Uhr zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Gottesdienstes. Dort werden acht junge Leute von Pfarrerin Anke Doleschal konfirmiert.

Spezieller Gottesdienst um Tretenhof 

Angesichts der Wetterprognose für Sonntagvormittag – 22 Grad – findet Doleschal, dass der Tretenhof für den Gottesdienst mit Konfirmation geradezu "perfekt" ist. Für die zu diesem Anlass erwartete Besucherzahl sei die evangelische Kirche schlicht nicht groß genug. Die Theologin spricht aus Erfahrung: Bereits im August hat sie eine erste Gruppe auf dem Tretenhof konfirmiert. Jetzt kommen weitere acht Jugendliche an die Reihe, die von Familien, Verwandten und Freunden zu diesem speziellen Gottesdienst begleitet werden.

Die Pfarrerin zeigt auf zwei Bäume: Dort wird der Altar stehen. Außerdem gibt es für jeden Konfirmanden ein "eigenes Tortenstück". Soll heißen, dass jede Gruppe einen begrenzten Platz auf der Wiese Richtung Wald erhält. Die Abstände zwischen den "Tortenstücken" sind den Corona-Vorschriften geschuldet. Der Platz ist aber so groß, dass auch die Gemeinde an dem Gottesdienst teilnehmen kann.

Konfirmation mit Klappstühlen und Sonnenhut

Für Sitzgelegenheiten sorgen die Besucher selbst, wobei die Pfarrerin einen Tipp hat: Neben Klappstühlen sollten die Gäste auch einen Sonnenhut mitbringen. Denn auf der Wiese ist am späten Morgen, wenn die Konfirmation beginnt, kein Schatten mehr. Die Besucher können allerdings Richtung Grillstelle und Hütte ausweichen. Dort gibt es Schatten – aber zu wenig Sitzplätze.

Doleschal dankt der Gemeinde, dass der Tretenhof für diesen Zweck genutzt werden kann. Der zweite Dank gilt der Feuerwehr, die einen Teil der Logistik bereitstellt. Denn die Pfarrerin wird den Gottesdienst mit einer Verstärkeranlage abhalten; auch Musik wird es geben.

Eigener Kelch beim Abendmahl 

Ein Abendmahl für alle ist nicht vorgesehen – das lässt sich aufgrund der Hygieneregeln nicht einrichten. Die Konfirmanden bekommen aber schon ihr erstes Abendmahl. Dabei erhält jeder einen eigenen Kelch, für das "Brot" kommt eine Zuckerzange zum Einsatz. "Die Pfarrerin trägt da eine Maske", so Doleschal. Dennoch soll die Konfirmation so normal wie möglich ablaufen.

Anke Doleschal freut sich auf "eine schöne, sommerliche und duftige Atmosphäre". Unter den Konfirmanden sei die Stimmung im Vorfeld bereits gut. Eine neue Kniebank, die eigentlich für das Fest im März gedacht gewesen war, wird bei diesem Gottesdienst zum ersten Mal eingesetzt.

Das Theaterstück hat gefehlt 

Seit Doleschal Pfarrerin der evangelischen Gemeinde im gesamten Schuttertal ist, gehört ein Theaterstück – von ihr verfasst – eigentlich zur Konfirmation dazu. Darsteller wären die Konfirmanden gewesen. Das geht in diesem Jahr aber nicht. Auch bestimmte Gesten der Verbundenheit mit den neuen Mitgliedern der Kirchengemeinde, etwa ein Kreis oder das symbolische Händereichen, sind nicht möglich. Trotzdem werde es eine schöne Konfirmation, so Doleschal.

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