Schweighausen Ein Geburtstagsfest mit Knalleffekt

800 Jahre Schweighausen und 90 Jahre Schützenverein Schutterbund sind im Festzelt auf dem Schulhof gefeiert worden. Die Besucher bekamen viel geboten – unter anderem demonstrierte der Jubelverein, was seine Geschütze zu leisten vermögen.

Schweighausen. Mit der Revivalband Big Daddies hatte der Veranstalter einen Glücksgriff getan. Leider wurde dies von den Besuchern nicht honoriert – und so blieb die Anzahl der Gäste am Samstagabend überschaubar. Nach dem Gottesdienst am Sonntag zogen die Vereine gemeinsam zum Festzelt, wo der Musikverein Schweighausen die vielen Besucher auch zum Mittagessen unterhielt. Die angenehmen Temperaturen ließen viele Besucher ins Zelt kommen, um die Bewirtung zu genießen.

Um sicherzustellen, dass alle gut versorgt werden, wurde der Schützenverein durch viele Helfer aus der Vereinsgemeinschaft unterstützt. Daher dankte Vorsitzender Erwin Geiger nicht nur den Helfern aus den eigenen Reihen, sondern auch denen der befreundeten Vereine. Nicht nur die sommerlichen Temperaturen, sondern auch die vielen Bestellungen trieben so manchem Akteur hinter den Brätern die Schweißperlen auf die Stirn.

Kurz nach 14 Uhr zogen Schützen in Uniform und historischen Gewändern auf den Sportplatz. Auf der Anhöhe oberhalb der Fläche standen kleine und größere Kanonen, auch Schaftböller waren zu sehen. Entlang der Schutter stand eine Schützenlinie, in der Handböller, die kleinste Form dieses Geräts, und Schaftböller zu sehen waren.

Schützen erhalten für Vorführungen Applaus

Dietmar Zehnle gab die Kommandos zum Stopfen und Vorrichten der Böller, die der Reihe nach ausgelöst wurden. Es folgte eine Serie von außen nach innen und umgekehrt. Zweimal wurde Salut geschossen, wobei der Schießrain gegenüber des Sportplatzes seinem Namen alle Ehre machte und den Schall im Ort verteilte. Die Schützen aus dem Schwarzwald und dem Ortenaukreis erhielten immer wieder Applaus. Auch wenn so mancher glaubte, den angebotenen Gehörschutz nicht nutzen zu müssen: es rumste ganz schön kräftig.

Im Festzelt traf man sich danach, um sich von den "Honky Tonk Shoes" aus Kippenheim unterhalten zu lassen. Die Line-Dance-Gruppe verzauberte die Gäste mit einer eindrucksvollen Vorführung zu Country und Rock’n Roll.

Danach gratulierten Bürgermeister Carsten Gabbert, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisschützenvereins Geroldseck-Kinzigtal Erhard Neumaier und die Vertreter der umliegenden Schützen­vereinigungen zum 90-Jährigen. Langjährige aktive Mitglieder des Vereins wurden von Erwin Geiger und Fabian Göppert ausgezeichnet: Erich Göppert, Hermann Hämmerle, Hermann Kürz, Josef Spitz und Georg Striegel erhielten die Ehrennadel in Gold des Deutschen Schützenbunds für ihre 40-jährige Mitgliedschaft. Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurden Stefan Fehrenbacher, Jürgen Göppert, Oliver Grösser, Werner Kürz, Anton Ohnemus, Christian Ohnemus, Florian Ohnemus und Benjamin Zehnle mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Für besondere Verdienste wurden Patrick Göppert, Fabian Göppert, Lothar Eble und Kurt Weber mit der kleinen silbernen Ehrennadel geehrt. Die Ehrennadel klein in Gold durften Roland Fischer, Johannes Geiger Maria Geiger, Roswitha Geiger, Tina Geiger, Karl-Friedrich Kopf, Florian Ohnemus, Stefan Ohnemus und Dietmar Zehnle entgegennehmen. Für ganz besonderes Engagement erhielt Josef Hupfer die große goldene Ehrennadel, da er seit vielen Jahren seine Freizeit und technischen Fähigkeiten dem Verein zur Verfügung stellt.

Der Festausklang wurde durch eine kräftigen Regenguss verlängert, der verhinderte, dass die Besucher das Zelt verlassen konnten. Es schüttete wie aus Eimern und so konnte man sich an der riesigen Kuchentheke oder auch am Angebot für warmes Essen noch eine ganze Zeitlang gütlich tun.

Böllergeräte gelten nicht als Schusswaffen, sondern unterliegen Paragraph 27 des Sprengstoffgesetzes. Die Schützen müssen ihre Geräte, die mit Schwarzpulver gefüllt werden, alle fünf Jahre in Ulm oder München dem Beschussamt zur Überprüfung vorlegen. Gleichzeitig ist die Verlängerung der Genehmigung zum Erwerb von Schwarzpulver beim Landratsamt zu beantragen, die ebenfalls fünf Jahre gültig ist. Der Erwerb des Schwarzpulvers wird dokumentiert. Interessant ist, das Schwarzpulver beim Entzünden einfach abbrennt und nicht explodiert. Die Treibkraft entsteht gerade beim Böllerschießen durch kräftiges Stopfen und Verschließen des Laufes durch einen Korken. Ab und zu wird auch Zeitungspapier verwendet, das in den Lauf gepresst wird und dieselbe Wirkung erzielt. Zwischen 15 Gramm für einen Schaftböller und bis zu 100 Gramm Schwarzpulver für eine Kanone werden durch das Zündhütchen mechanisch oder elektrisch gezündet.

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