Schweighausen Auf dem Weg aus den roten Zahlen

Schweighausen - Der Dorfladen Schweighausen hat im vergangenen Jahr trotz hoher Umsatzzahlen ein Minus erwirtschaftet. Als Reaktion darauf werde das Angebot im Café optimiert und das Personal soll effizienter eingesetzt werden.

Das Finanzergebnis 2019 und die Konsequenzen daraus wurden bei der Generalversammlung des Dorfladen Schweighausen bekannt gegeben. Rund 40 Besucher waren hierzu in die Bergdorfhalle gekommen.

Die Vorstandskollegen Stefan Göppert und Eugen Göppert berichteten vom Vorjahr, welches noch deutlich von Personalangelegenheiten geprägt war. Weiter galt es das Kassensystem nach nur einem Jahr umzustellen, um den Erforderlichkeiten sowohl für das Ladengeschäft und dem Café gerecht zu werden.

Das Warensortiment erforderte eine Umstrukturierung

Nach einjährigem Betrieb war auch schon erkennbar: das Warensortiment erforderte eine Umstrukturierung um eine bessere Optimierung zu erreichen. Ferner galt es die als zu hoch angesehenen Stromkosten zu erforschen und nach Möglichkeiten einer Reduzierung zu suchen.

Aus diesem Grunde wurde auch der geplante Anbau eines Kühlhauses vorgezogen. Inzwischen ist das Gebäude bis auf den Kühlzelleneinbau bereits fertig gestellt. 448 ehrenamtliche Helferstunden wurden hierfür bisher geleistet, so Bauleiter Stefan Göppert. Durch das Kühlhaus sollen mehrere Aggregate eingespart und somit der Stromverbrauch reduziert werden.

Mittelfristig ist eine Photovoltaik-Anlage zur Eigenstromnutzung angedacht. Stefan Göppert verkündete abschließend, dass vergangenen November endlich die Zuschüsse des Regionalentwicklungsprogrammes Leader abgerechnet wurden und auch das Geld geflossen sei.

Vorstand Eugen Göppert stellte den Jahresabschluss 2019 vor. Trotz sehr beachtlichem Umsatz von runden 600 000 Euro musste ein Minus von 17 600 Euro hingenommen werden. Der Verlustvortrag wurde ins neue Geschäftsjahr übernommen.

Verbandsprüfer findet kritische Worte

Der genossenschaftlich geführte Dorfladen Schweighausen obliegt einer gesetzlichen Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses durch den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV). Verbandsprüfer Dimitrie Wenz war mit seinem nicht ganz kritiklosen Bericht eigens aus Stuttgart angereist.

Die Vermögenslage des Dorfladens Schweighausen werde als noch befriedigend angesehen, die Finanzlage entspreche geordneten Verhältnissen, doch durch den Jahresfehlbetrag gilt die Ertragslage als nicht zufriedenstellend. Eine Ergebnisverbesserung ist daher notwendig, so Verbandsprüfer Wenz.

Das "nicht zufriedenstellende Ergebnis" griffen die Vorstände Eugen Göppert und Stefan Göppert, sowie auch der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Kürz auf. Es werde bereits tüchtig und erfolgreich daran gearbeitet. Das Angebot im Café wurde bereits optimiert, um einen effizienteren Personaleinsatz sei man bemüht.

Das Sortiment im Dorfladen werde stets nach Auswertung des Warenflusses und der Handelsspanne "bereinigt", so die Verantwortlichen. Vorstand Stefan Göppert hofft trotz Corona-bedingten Einschränkungen für das Geschäftsjahr 2020 auf ein ausgeglichenes Ergebnis. Dies habe sich bereits im ersten Halbjahr positiv abgezeichnet, der Dorfladen erfahre durchweg gute Kundenfrequenzen.

Marktleiterin Martina Kaspar-Rothweiler bedankte sich abschließend bei ihrem Mitarbeiter-Team. "Es ist eine große Herausforderung, sieben Tage in der Woche geöffnet zu haben. Aber ich freue sich auf jeden Kunden".

Zahlen und Wahlen

Die Aufsichtsräte Martin Kürz, Christoph Hummel und Petra Volk wurden einstimmig wiedergewählt. Aus familiären Gründen stellte sich Petra Singler nicht mehr zur Wiederwahl, dafür wurde Birgit Mellert neu in den Aufsichtsrat gewählt. Im Dorfladen Schweighausen arbeitet ein Mitarbeiter in Vollzeit und zwei Helfer in Teilzeit. Ergänzt wird das Personal von 17 Mini-Jobbern sowie 58 Ehrenamtlichen. 2019 kamen zehn neue Mitglieder hinzu, insgesamt gibt es 327 Anteilseigner.

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