Schwanau Wald leidet unter Trockenheit

Förster und Waldarbeiter befinden sich derzeit im Großeinsatz, um geschädigte Bäume aus dem Wald zu entfernen. Schuld am Waldsterben ist vor allem der anhaltende Regenmangel. Dem Forstbetrieb drohen auf Jahre finanzielle Einbußen.

Schwanau. Die Waldarbeiter in Schwanau haben derzeit alle Hände voll zu tun: Zahlreiche vertrocknete und abgestorbene Bäume müssen gefällt werden. Während Spaziergänger und Jogger auf den Waldwegen sicher seien, hersche abseits davon Lebensgefahr – die abgestorbenen Bäume könnten leicht abbrechen, so der Schwanauer Revierförster Klaus Niehüser. Daher sei ein schnelles und vor allem umfassendes Eingreifen notwendig. "Wir müssten den Wald sonst sperren." Einen völligen Kahlschlag gäbe es zwar nicht, deutliche Lücken muss der Förster aber in Kauf nehmen.

Der bereits angeschlagene Eschenbestand im Gewann Langgrund sei besonders betroffen. "In diesem Bereich hat die Trockenheit das Eschentriebsterben deutlich beschleunigt", berichtet der Forstwirt. Es handele sich um einen sehr trockenen Standort, da er höher liege und einen sandig-kiesigen Boden aufweise.

Das Gewann Ritti bei Nonnenweier macht dem Revierförster ebenfalls Sorgen. Hier habe die Trockenheit jedoch auch etwas Gutes. Seit 2003 sei der sonst extrem feuchte Wald für große Maschinen nicht mehr zugänglich gewesen. Die trockene Witterung mache die Arbeit mit den riesigen Vollerntern nun wieder möglich. "Jetzt müssen wir Vollgas geben, da wir nicht wissen, ob wir sonst wieder Jahre warten müssen", sagt Niehüser.

Bei den abgestorbenen Bäumen handele es sich hauptsächlich um Eschen. Die Waldarbeiter müssten jedoch je nach Standort auch Ahorn und Hainbuchen entnehmen.

Zwar würde China Eschenholz in großen Mengen nachfragen, andere Holzarten müsste der Schwanauer Forstbetrieb aber als Brennholz oder in die Zellstoff- und Papierindustrie verkaufen.

"Wir müssen unsere Kälber schlachten", fasst der Revierförster die wirtschaftlichen Folgen zusammen. Viele der betroffenen Bäume hätten noch keinen ausreichenden Stammdurchmesser um beim Verkauf gute Preise zu erzielen. "Die Waldbesitzer sind um 40 Jahre zurückgeworfen worden", so Niehüser. Bis aufgeforstete Waldflächen wieder Erträge einbrächten, werde es Jahrzehnte dauern.

Im Gespräch mit der Lahrer Zeitung vergleicht Niehüser die Folgen des derzeit anhaltenden Wassermangels mit den Schäden des Orkans Lothar, der 1999 wütete. Die Trockenheit und das Eschentriebsterben könnten in den nächsten Jahren Verluste in der selben Größenordnung verursachen. "Die finanziellen Schäden sind nicht absehbar", so der Leiter des Schwanauer Forstbetriebs.

Trotz katastrophalen Ertragausfällen gebe der Förster und seine Mitarbeiter den Wald nicht auf: Die betroffenen Waldflächen würden entweder aufgeforstet oder vorerst der Natur überlassen.

Das Eschentriebsterben ist eine, durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus ausgelöste, Baumkrankheit. Der aus Ost-Asien stammende Krankheitserreger breitete sich "rapide von Polen nach Deutschland aus", erklärte Revierförster Klaus Niehüser. Bis heute ist keine wirksames Mittel gegen den Pilz bekannt. "90 Prozent der Eschen im Schwanauer Wald werden daran sterben", so der Experte.

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