Schwanau "Reue verspüre ich nur bei den vernaschten Kalorien"

Schwanau/Meißenheim/Neuried (jr). Fasten oder der Versuchung nachgeben? Das Feierabendbier trinken oder doch lieber verzichten? Die LZ hat sich bei den Bürgermeistern von Schwanau, Meißenheim und Neuried umgehört, wie sie es mit den Fasten halten.

Jochen Fischer, Bürgermeister von Neuried, nimmt sich normalerweise vor, in der Fastenzeit auf Alkohol und Schokolade zu verzichten. In diesem Jahr habe er aber nicht gefastet.

Etwas anders lief es beim Schwanauer Rathauschef Wolfgang Brucker ab. "Ich habe in der Fastenzeit nicht auf eines ganz verzichtet, sondern habe versucht, von allem etwas weniger zu mir zu nehmen", erklärt er. Das wäre etwas einfacher als kompletter Verzicht und würde trotzdem einen etwas bewussteren Umgang mit Essen und Trinken bringen. "Und es erleichtert das Durchhalten, was ich dadurch auch gut geschafft habe."

Am Ende der Fastenzeit freue er sich darüber, diesen Verzicht ausgeübt zu haben "und darauf, dass ich das bewusst so – oder ähnlich – weiter machen kann."

Auch Alexander Schröder, Bürgermeister von Meißenheim, hat sich in diesem Jahr vorgenommen, sechs Wochen lang auf Alkohol und Süßigkeiten zu verzichten. "In den vergangenen Jahren habe ich das oft konsequent umgesetzt", sagt er. In diesem Jahr allerdings nicht. "Ich habe es an der Disziplin mangeln lassen beziehungsweise ich habe die Fastenzeit nicht richtig ernst genommen, sodass ich nicht davon reden kann, wirklich sechs Wochen Verzicht gelebt zu haben", erklärt Schröder. "Ungeachtet dessen freue ich mich in den Ostertagen auf einen süßen Osterhasen aus Schokolade, der ohne Reue im Hinblick auf die Fastenzeit, sondern nur mit Reue im Hinblick auf die Kalorien vernascht werden kann."

Davon abgesehen, wäre das sogenannte Fastenbrechen, nach einer tatsächlichen Fastenzeit also dem kompletten Verzicht auf feste Nahrung über einen längeren Zeitraum hinweg, ein ganz besonderes Erlebnis, das er nur jedem empfehlen könne. "Die Geschmacksexplosion eines Apfelstückchens im Gaumen, wenn man mehrere Tage gefastet hat, ist phänomenal und eigentlich schon Lohn des Fastens genug", schwärmt er.

Traditionell wird es bei Jochen Fischer dann an Ostern selbst. Dann wird der Osterhase gejagt, idealerweise im freien Feld oder direkt in den Wald.

Den Ostersonntag direkt verbringen alle drei Bürgermeister im Kreise der Familie – und dann darf sicher auch der ein oder andere schokoladige Osterhase nicht fehlen.

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