Schwanau Retten, löschen – und Spaß haben

Die Handgriffe sitzen: Unter den aufmerksamen Blicken seiner Betreuer hat der Schwanauer Feuerwehrnachwuchs sein Können unter Beweis gestellt. Foto: Lehmann Foto: Lahrer Zeitung

Hilfesuchend rennt ein Mann über seinen Hof, er sucht Frau und Kinder. Die Abschlussübung des Berufsfeuerwehrtags war für die Schwanauer Jugendfeuerwehr eine große Herausforderung. Doch nicht nur die bewältigte der Nachwuchs mit Erfolg.

 

Schwanau. 20 Jugendliche hatten bei der 24-Stunden-Übung alle Hände voll zu tun und erlebten, wie anstrengend der Feuerwehralltag sein kann. Denn auch vor Nachteinsätzen blieben die Jugendlichen nicht verschont.

Am Freitagabend trafen sich die Jugendlichen am Feuerwehrhaus in Ottenheim, wo die Zelte aufgeschlagen wurden. Schon nach kurzer Zeit wurden die Jugendlichen, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden, zum ersten Einsatz gerufen. Der Fokus lag vor allem auf Erster und Technischer Hilfe. "Das ist das, was momentan am meisten gefordert wird", erklärt Jugendwart Fabian Götze. Brände gebe es immer weniger, müssten aber dennoch intensiv geprobt werden.

Aus diesem Grund wurden nicht nur vermeintliche kleine Feuer wie brennende Büsche oder Mülleimer gelöscht, sondern auch Personen gesucht. Unter anderem wurde ein Jogger am Elzpfad vermisst, Menschen in einem Schacht eingeklemmt, aber auch Enten mussten gerettet werden. Eine weitere Übungsannahme war ein Verkehrsunfall, bei dem eine Person unter einem Auto lag.

Neben den vielen Einsätzen kam aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz: am Abend wurden DVDs angeschaut oder Spiele gespielt und am Lagerfeuer gesessen. Eine kurze Nacht lag insbesondere hinter den Betreuern, die nur anderthalb bis zwei Stunden Schlaf bekamen. Denn auch wenn um 1 Uhr die Nachtruhe einsetzte, übernahm um 5 Uhr der Piepser den Weckdienst – die Jugendlichen mussten zum Einsatz ausrücken und eine vermisste Person suchen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es an den Beach-Platz an der Ottenheimer Sporthalle, wo Frühsport in Form von Völkerball, Fußball und Handball auf der Agenda stand. Besonders anstrengend waren die nächtlichen Einsätze, dennoch hatten die Kinder viel Spaß.

Bei der Abschlussübung waren neben Feuerwehrangehörigen auch Eltern dabei, die die Übung aufmerksam beobachteten. Übungsannahme: ein Mann wollte mit dem Gasbrenner Unkraut entfernen, wodurch es zu einem Brand im Keller kam. Darin waren seine Frau und Kinder, die es zu retten galt. Mittels Riegelstellung sollte ein Übergriff des Brandes auf nebenstehende Häuser vermieden werden. Immer wieder rief der Vater "Wo ist meine Frau? Wo sind meine Kinder?" Mit viel Elan waren die Jugendlichen bei der Sache, auch wenn die Anstrengungen der vergangenen Stunden zu spüren waren. Dennoch wurde rasch die Wasserversorgung aufgebaut, die Gasflasche aus dem Hitzebereich entfernt und die Familie aus dem verrauchten Keller gerettet.

Auch für die Organisatoren war der Berufsfeuerwehrtag anstrengend. "Es gab keinen Stillstand", sagte Fabian Götze. Acht Betreuer waren ständig dabei, hinzu kamen 15 bis 20 Helfer, die im Wechsel bei den verschiedenen Übungen mithalfen.

Im Rahmen des Berufsfeuerwehrtags hielt die Schwanauer Jugendfeuerwehr ihre Hauptversammlung ab. Sie zählt derzeit 48 Mitglieder. In diesem Jahr gab es bislang vier Neuanmeldungen. Neuer Jugendleiter in Nonnenweier ist Mathias Matt. Er übernimmt das Amt von Alexander Maurer. Zudem wurden bei der Versammlung die Aktivitäten des vergangenen Jahres beleuchtet.

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