Schwanau Oettinger hilft jetzt bei Herrenknecht

Bei der Herrenknecht AG ergeben sich zu Jahresbeginn Änderungen im Vorstand sowie im Aufsichtsrat. Während Vorstandsmitglied Günter Richter seinen Vertrag auslaufen lässt, wird ab Januar Günther Oettinger dem Aufsichtsrat angehören.

Schwanau (red/ng). "Günter Richter, Mitglied des Vorstands, lässt auf eigenen Wunsch und im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden Martin Herrenknecht sowie dem Aufsichtsrat seinen Vertrag auslaufen", heißt es in einer Mitteilung des Schwanauer Unternehmens. Das Gremium der Herrenknecht AG wird vorübergehend auf drei Mitglieder reduziert. Zudem wird ab 1. Januar Günther Oettinger, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg und EU-Kommissar, dem Aufsichtsrat der Herrenknecht AG angehören (wir hatten berichtet).

Vorstand Günter Richter war seit dem Jahr 2017 für den Geschäftsbereich Traffic Tunnelling sowie für das Geschäftsfeld Group Brands bei der Herrenknecht AG verantwortlich. Der Vorsitzende und Gründer der Herrenknecht AG, Martin Herrenknecht, sowie der Aufsichtsrat entsprachen dem Anliegen von Richter, aus dem Vorstandsamt auszuscheiden. "Günter Richter trug in den zurückliegenden 35 Jahren als passionierter Ingenieur, Manager und Vorstand mit beeindruckender Konstanz zum Erfolg des Unternehmens bei. Wir, der Vorstand, der Aufsichtsrat sowie Mitarbeiter, sind Günter Richter für seinen herausragenden und nimmermüden Einsatz für das Familienunternehmen Herrenknecht auch persönlich sehr dankbar", so Herrenknecht.

Richter gehört der Herrenknecht AG seit 1985 an

Richter gehört der Herrenknecht AG seit 1985 an. Nach verschiedenen Stationen in der Konstruktion, dem Field Service und dem Projektmanagement, erhielt der Maschinenbauingenieur 2004 Prokura und übernahm die technische Leitung des Geschäftsbereiches Traffic Tunnelling der Herrenknecht AG. Von 2014 bis 2016 war er dessen stellvertretendes Vorstandsmitglied und zeichnete sich seit Jahresbeginn 2017 vollumfänglich für diesen Geschäftsbereich (Umsatz im Jahr 2019: 795 Millionen Euro) sowie für das Geschäftsfeld Group Brands (Umsatz 2019: 88 Millionen Euro) verantwortlich. Richter bleibe der Herrenknecht AG als Berater für Sonderprojekte im internationalen Projektgeschäft weiter verbunden. Bis ein Nachfolger für das Vorstandsressort ausgewählt und festgelegt ist, werde sich das Vorstandsgremium aus drei Personen zusammensetzen. So führt der Unternehmensgründer Herrenknecht den Vorstand als Vorsitzender. Er wird interimsweise den Geschäftsbereich Traffic Tunnelling und das Geschäftsfeld Group Brands übernehmen, heißt es in der Mitteilung. Die Ressorts und Verantwortungsbereiche der beiden Vorstandsmitglieder Ulrich Schaffhauser sowie Michael Sprang als stellvertretender Vorsitzender bleiben unverändert.

Für den neuen Posten von Oettinger gab die EU-Kommission jüngst grünes Licht. Mit Oettinger in der Position als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats gewinnt das Unternehmen einen international gut vernetzten Politiker und Wirtschaftsexperten, heißt es in der Mitteilung von Herrenknecht. Oettinger lernte als baden-württembergischer Politiker und späterer Ministerpräsident des Landes das Unternehmen früh kennen. Er war mit dem ersten, langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Herrenknecht AG, Lothar Späth, eng verbunden. "Für unser Familienunternehmen ist Günther Oettinger als Mitgestalter im Aufsichtsrat eine sehr gute Fügung, gerade auch in dieser international gesehen nicht einfachen Zeit", so Herrenknecht.

Rüdiger Grube, der dem zwölfköpfigen Herrenknecht-Aufsichtsrat seit mehr als zwei Jahren angehört, scheidet mit dem Jahresende aus diesem Gremium aus. "Der Vorstand der Herrenknecht AG dankt Grube sehr für seine aktive und profunde Teamarbeit im Aufsichtsrat des Unternehmens. Er bleibt künftig beratend für die Herrenknecht AG aktiv", heißt es in der Mitteilung.

"Wir haben uns als Vorstandsteam und weltweit aktives Familienunternehmen trotz komplexer Marktbedingungen bislang souverän behauptet, auch was das laufende Pandemie-Jahr 2020 anbetrifft", so Unternehmer Martin Herrenknecht. Er sieht den Generationenübergang im Unternehmen insgesamt auf einem guten Weg. Priorität des Familienunternehmens Herrenknecht sei in den kommenden Jahren, die nächste Generation der Ingenieure sowie Kaufmänner in den zentralen Funktionen und verschiedenen Führungsebenen in unternehmerische Managementverantwortung zu bringen. Zudem soll den Themenfeldern Digitalisierung, Robotik und Automatisierung eine größere Rolle zukommen.

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