Schwanau Keine Angst vor Veränderungen

Wittenweier - Der Neujahrsempfang in Schwanau hat ganz im Zeichen der stetigen Weiterentwicklung gestanden. Bürgermeister Wolfgang Brucker appellierte dabei an die Gäste, Veränderungen zuzulassen und allem etwas gelassener entgegenzutreten.

Mit den Worten "Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen" von Johann Wolfgang von Goethe begrüßte der Schwanauer Bürgermeister Wolfgang Brucker die Gäste des Neujahrsempfangs in der Elzhalle. Dass Goethes Worte in der Gemeinde anklang finden, demonstrierte Brucker mit einem Blick auf das vergangene Jahr. Neben der Umstellung auf das neue Haushaltsrecht, seien die Schwanauer mit den Arbeiten am Gemeindeentwicklungskonzept beschäftigt gewesen. Eine Bürgerbefragung habe der Gemeinde erste Eindrücke und Hinweise verschafft, und mit Rundgängen durch die Teilgemeinden konnten ortsspezifische Fragen konkretisiert werden. In diesem Jahr gelte es nun die Ergebnisse zusammenzufassen. "Sinn macht das alles nur, wenn es ein gemeinsames, ein verbindendes Konzept für die Entwicklung unserer Gemeinde wird", appellierte Brucker und machte damit einmal mehr deutlich, dass er den Blick stets auf "ein Schwanau" werfe. Gerade mit den Diskussionen über die unechte Teilortswahl habe das Gemeinschaftsdenken ungemein gebröckelt.

Mit etwas mehr "Gelassenheit" den Veränderungen und Entwicklungen entgegenzublicken, das wünschte sich der Schwanauer Rathauschef für die Zukunft. So fasste er das Gemeindeentwicklungskonzept mit den einfach gewählten Worten zusammen: "Manches wird bei der weiteren Entwicklung verschwinden, manches wird weiter Bestand haben in einer neuen Form."

Rathauschef fordert die Bürger auf, wählen zu gehen

Anstöße für die Entwicklung habe es im vergangenen Jahr auch im Bereich der Grundschulbildung gegeben. "Ein sehr komplexes Themenfeld, manchmal überlagert, bisweilen überschattet von Einzelinteressen", resümiert Brucker die bislang gelaufenen Ansätze. Wichtig sei der Gemeinde, dass in diesem Punkt vor allem die am Schulleben Beteiligten zu Wort kommen – darunter die Schulleitung, Eltern, Elternvertreter aber auch Gemeinderatsfraktionen. Schließlich gehe es um Pädagogik, Standorte, Kosten und Betreuung.

Dass das Verharren in alten Mustern hinderlich sei, zeige sich in der Entwicklung der Kindergärten. Positive Erfahrungen habe man mit dem erweiterten Angebot – die Betreuung für Kinder unter drei Jahren – gesammelt. "Hätten wir diesen Schritt nicht gemacht, wären die Eltern mit ihren Kindern dorthin gegangen, wo es entsprechende Angebote gibt", so der Bürgermeister.

Anschaulich zu sehen sei eine positive Veränderung auch an der Bärbel-von-Ottenheim-Schule: Von der Hauptschule, zur Ganztagsschule, zur Werkrealschule hin zur Gemeinschaftsschule. "Das wäre uns nie so geglückt, wenn nicht alle an einem Strang, in dieselbe Richtung gezogen hätten", weiß Brucker und ist guten Mutes, dass auch die Entwicklung der Grundschule gelingen wird.

Im dritten und letzten Punkt seiner kurzweiligen Neujahrsrede kam Brucker auf eine Veränderung zu sprechen, die sich im Mai ereignen wird: die Kommunal- und Europawahlen. "Gehen Sie wählen", fordert das Gemeindeobe rhaupt die Gäste impulsiv auf. Und auch hier sieht Brucker in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit: Dass sich die Wiedereinführung der unechten Teilortswahl nicht durchgesetzt hat, habe Vorteile: "Es bietet den Mitgliedern im Gemeinderat die Chance, sich nicht nur mit Themen des Ortsteils, in dem sie gerade leben, zu befassen." generell müsse man den Blick über den Tellerrand hinaus richten – auch über Schwanau, auch über die Grenzen hinaus. "Und vielleicht hilft uns der Blick auf das Geschehene um uns herum, die eigenen Position zu finden, sie wieder richtig einzuordnen oder sich ihrer wieder bewusst zu werden."

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