Schwanau Herrenknecht öffnet seine Werkstatt

Martin Herrenknecht lässt sich von Azubi Johannes Schröder eine elektropneumatische Einrichtung erklären. Der Firmenchef nahm sich beim Tag der Ausbildung viel Zeit für seine Mitarbeiter. Foto: Bohnert-Seidel

Schwanau - Gute und qualifizierte Fachkräfte sind gesucht. Auch beim Tunnelspezialisten Herrenknecht in Schwanau. Mit einem Tag der Ausbildung hat das Unternehmen jetzt für sich geworben.

Der Chef kommt persönlich vorbei. Martin Herrenknecht klopft jedem seiner Azubis in der Werkstatthalle auf die Schulter, lässt sich kurz die Arbeitsweise erklären und erkundigt sich nach dem derzeitigen Ausbildungstand. Gut 50 der mehr als 200 Auszubildenden des Gesamtkonzerns haben am Samstag fünf Stunden lang einen Einblick in ihren künftigen Beruf geschenkt.

Das Unternehmen hat zum "Tag der Ausbildung" ins Werk in Schwanau-Allmannsweier eingeladen. Von 10 bis 15 Uhr waren die Werkstore geöffnet, Führungen wurden angeboten und den Azubis wurde ganz schön über die Schulter geschaut. Mehr als 500 interessierte, zukünftige Schulabgänger – viele zusammen mit ihren Eltern – informierten sich über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe.

Fünf Stunden wurde gefräst, geschweißt, das Eisen auf dem Amboss gehauen, Elektronik zum Laufen gebracht oder ganz einfach nur erklärt und gezeigt. Dass die Azubis bei Herrenknecht ganz schön fit gemacht werden für den künftigen Berufsweg bestätigten die Azubis reihum.

"Eineinhalb Jahre in der Werkstatt und dann hinaus in die Produktion", meinte Leon Mau. Sichtlich zufrieden und versiert im Umgang mit Esse und Amboss offenbarte der Azubi im zweiten Ausbildungsjahr einen Teil des Berufsbildes "Konstruktionsmechaniker".

Ausbildungsleiter Klaus Himmelsbach ist sehr zufrieden mit seinen Azubis. "Die können zupacken und denken mit", sagt er. Kein Wunder – er habe sie sich auch ausgesucht, scherzt er.

Doch die Zahl der Bewerbern werde kleiner. Aus diesem Grund hat das Unternehmen erstmals 2016 den Tag der Ausbildung veranstaltet. Mit wachsendem Erfolg. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Firmenchef Herrenknecht gegenüber unserer Zeitung. Sehr wohl wisse er um die Bedeutung dieser Einrichtung. "Bei uns bekommt hinterher jeder eine Anstellung", verdeutlichte Herrenknecht. "Gute qualifizierte Fachkräfte sind gesucht."

Alleine die hohe Anzahl von Besuchern bestätigte die Akzeptanz. Das gesamte Ausbilderteam, aber auch die Auszubildenden selbst, standen für alle Fragen bereit. "Wer bei uns anfängt, kann auch noch studieren", erläuterte Martin Herrenknecht und nahm damit Bezug auf das Berufsbild "Bachelor of Engineering" in Maschinenbau und Industriemechanik. Das Konzept auf Augenhöhe mit den Auszubildenden, ihnen direkt zur Seite zu stehen, fragen,wie das eigentlich so läuft, das kam sehr gut an. Kein anderer kann von seinem Berufsbild so gut schwärmen und erzählen, wie ein zufriedener Azubi. "Ich fühle mich hier am richtigen Platz", bemerkte etwa Samuel Bootz.

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