Schwanau Herrenknecht bricht eigenen Rekord

Die fast 5000 Tonnen schwere Tunnelbohr-Maschine der Firma Herrenknecht hat einen Durchmesser von 16 Metern und ist die größte in ganz Europa. Foto: Herrenknecht

Schwanau/Florenz - Nach drei Jahren hat der größte Tunnelbohrer Europas in Italien den "Santa Lucia"-Tunnel durchbrochen. Das Gerät ist von der Firma Herrenknecht entwickelt und hergestellt worden.

Firma hält Rekord seit zehn Jahren

Die Firma Herrenknecht hat ihren eigenen Rekord gebrochen: Sie hat Europas größte Tunnelbohrmaschine entwickelt. Seit dem Jahr 2010 hielt zuvor ein Herrenknecht-Tunnelbohrer für den italienischen Sparvo-Tunnel mit einem Durchmesser von 15,5 Metern diesen Rekord, so die Firma in einer Mitteilung.

Das neue Erddruckschild ist noch größer und misst einen Durchmesser von 16 Metern. Die Maschine hat im Juni den Durchbruch des italienischen Tunnels "Santa Lucia" gebohrt. Auf einer Länge von 7,5 Kilometern führt die Strecke unterirdisch unter dem Apennin die Autobahn 1 zwischen Bologna und Florenz weiter.

122 Meter in einer Woche geschafft

Bereits im Jahr 2016 ist der EPB-Schild (siehe Info) der Schwanauer Firma nach zwölf Monaten Design- und Montagezeit von dem Kunden Pavimental S.p.A. sowie Vertretern des Bauherrn Autostrade per l’Italia S.p.A. abgenommen worden.

Nach dem Vortriebsstart im Juli 2017 trieben die Mineure von Pavimental mit der 4800 Tonnen schweren Maschine bis zu 122 Meter Tunnel pro Woche durch den Gebirgszug des Apennins. Insgesamt hat das Gerät auf der 7,5 Kilometer langen Strecke rund 1,5 Millionen Kubikmeter Boden und Gestein abgetragen. Dies entspreche laut Mitteilung fast zwei Dritteln des Volumens der größten Pyramide von Gizeh in Ägypten.

Warnsystem als Schutz vor Methangas 

Laut Herrenknecht seien Italiens Bauunternehmen und Infrastrukturprojekte für sehr große Bohrprofile und anspruchsvolle Tunnel-Geologien bekannt.

Die Schwanauer Firma entwarf und fertige die neue rekordträchtige Erddruckschild-Maschine und gleichzeitig ein Warn- und Schutzsystem, um während des Vortriebs das Baustellenpersonal vor möglichen Gefahren durch die im Untergrund vorhergesagten Methangasvorkommen schützen zu können.

Am 8. Juni war dann der Durchbruch des Tunnels gelungen. Er soll als Alternative zu der bisher kurvenreichen italienischen Autobahn die Zahl der Unfälle verringern und die Reisezeiten sowie den Spritverbrauch von täglich Zehntausenden Fahrzeugen senken. Herrenknecht macht es möglich.

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