Schwanau Herrenknecht bohrt Stuttgart 21

Herrenknecht bohrt für Stuttgart 21: Fast Dreiviertel aller Tunnel des Mega-Projekts sind schon vorangetrieben, auf mehr als 40 Kilometern Länge. Foto: Moritz Krämer

Schwanau/Stuttgart (red/jöb) - Beim Großprojekt Stuttgart 21 mit seinen neuen Bahnverbindungen ist die Schwanauer Firma Herrenknecht mit ihrer Tunnelvortriebstechnik stark dabei. 70 Prozent der neuen Bahn-Röhren sind schon vorgetrieben.

Die Deutsche Bahn hat im Bereich des Südkopfs des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs ein wichtiges Etappenziel erreicht: Tunnelvortriebsmaschine "Suse" aus der Schwanauer Herrenknecht-Schmiede hat ihre dritte sogenannte Schildfahrt gemeistert und ist im Stuttgarter Talkessel angekommen. Damit ist die Weströhre des rund 9,5 Kilometer langen Fildertunnels zwischen dem Echterdinger Ei auf den Fildern und dem künftigen Hauptbahnhof vollständig aufgefahren. Das berichtet die Deeutsche Bahn in einer Pressemitteilung. Hinter der Abkürzung "Suse" steckt "Stuttgart–Ulm-schneller-erreicht".

Mit der Ankunft von "Suse" im Stuttgarter Talkessel sind nun über 41 Kilometer Tunnelröhren und damit über 70 Prozent der Tunnel des Projekts Stuttgart 21 vorgetrieben.

"Ein solches Wendemanöver unter Tage mit einer Tunnelvortriebsmaschine dieser Größenordnung ist absolut außergewöhnlich. Das zeigt, welche technischen Meisterleistungen während der Bauarbeiten am Fildertunnel erbracht werden. Hut ab vor dem Baustellenteam“, sagt Martin Herrenknecht, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG.

"Ich freue mich, dass drei Wochen nach dem Durchschlag am Nordkopf des Hauptbahnhofs nun auch am Südkopf der Durchschlag stattgefunden hat. Wir kommen gut voran!", sagt Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

Maschine wird zerlegt und wieder aufgebaut

Nach der nun erfolgten Fertigstellung des maschinellen Vortriebs in der Weströhre des Fildertunnels, in der später das Streckengleis Stuttgart–Ulm verlaufen wird, werden nun noch rund 3,4 Kilometer der Oströhre des Tunnels in einer vierten Schildfahrt vom Talkessel aus aufgefahren. Rund sechs Kilometer der Oströhre des Fildertunnels wurden bereits von den Fildern aus vorgetrieben.

Für die vierte Schildfahrt wird "Suse" in einer eigens gebauten Kaverne im Gebirge gewendet. Auch dies wird wieder eine Herkulesaufgabe für die Techniker. Die rund 120 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine wird dazu in der Weströhre des Fildertunnels in mehrere große Teile zerlegt. Anschließend wird jedes Teil der Anlage durch die rund zwölf Meter breite und rund 13 Meter hohe Wendekaverne transportiert und danach für die Fahrt in Gegenrichtung wieder aufgebaut. Die vierte Schildfahrt soll im Herbst 2018 beginnen, kündigt die Bahn an.

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