Schwanau/Campulung Wittenweiererin gründet "Animas Pfötchenhilfe"

Schwache und kranke Hunde, die im Tierheim in Campulung keine Überlebenschance haben, nimmt die Tierheimleitung mit nach Hause. Dort war auch Iris Jehle zu Besuch. Foto: privat

Schwanau/Campulung - Mehr als 600 Hunde sind im Tierheim in Campulung in Rumänien, das vom Verein "Asociatia Anima" betreut wird, untergebracht. Iris Jehle aus Wittenweier unterstützt schon seit Jahren diese Einrichtung und hat im Mai diesen Jahres nun einen Förderverein gegründet. Elf Mitglieder gehören der "Animas Pfötchenhilfe" derzeit an.

Frau Jehle, was steht hinter "Animas Pfötchenhilfe"?

Wir sind ein gemeinnütziger Tierschutzverein, der sich für herrenlose, alte, kranke, misshandelte und in Not geratene Hunde im rumänischen Campulung einsetzt. In einem Land wie Rumänien, in dem der Tierschutz überwiegend noch in den Kinderschuhen steckt, setzen wir uns für die Schwächsten ein, die notleidenden Straßentiere, die oft unter schrecklichen Bedingungen um ihr Überleben kämpfen müssen. Als Förderverein helfen wir den verantwortlichen Menschen vor Ort auf vielerlei Weise, die Versorgung der Hunde gewährleisten zu können – Monat für Monat ein Kraftakt!

Was gilt es besonders anzugehen?

Wir setzen uns für nachhaltigen Tierschutz ein. Ganz besonders liegt uns am Herzen, die Streunerproblematik durch kostenlose Kastrationsaktionen langfristig in den Griff zu bekommen.

Wie oft sind Sie vor Ort?

Seit 2015 bin ich regelmäßig zwei bis drei Mal im Jahr in Campulung. Dieses Jahr war ich Ende Juni/Anfang Juli vor Ort, leider war es aufgrund der Corona-Pandemie vorher nicht möglich. Im September werde ich zusammen mit einem Bauingenieur nach Campulung fliegen. Die Quarantänestation muss saniert werden, der Fäkalientank muss gegen eine Kleinkläranlage getauscht werden. Die Arbeit geht nie aus.

Können Sie die Aufenthalte als Urlaub ansehen?

Die Aufenthalte in Campulung haben absolut nichts mit Urlaub zu tun. Die Anreise mit dem Auto ist sehr anstrengend – fast 1800 Kilometer. Mit dem Flieger ist es angenehmer, aber man kann keine Spenden mitnehmen. Vor Ort packt man von morgens bis nachmittags mit an. Zwinger reinigen, kranke und alte Hunde versorgen, es gibt immer etwas zu reparieren, dann findet man auf den Straßen ausgesetzte Welpen, oder angefahrene Hunde, die im Tierheim eine Zuflucht finden. Bei dem jetzigen Aufenthalt hatten wir einen Termin beim Vizebürgermeister. Wir konnten unseren neu gegründeten Förderverein vorstellen und freuten uns, dass die Stadt ihren Vertrag mit unserem Partnerverein "Asociatia Anima" verlängert hat und weiterhin die Strom- und Wasserkosten sowie die Kosten für die Müllentsorgung bezahlen.

Die Kosten, die Sie für ihre Unterstützung aufbringen, werden diese zurückerstattet?

Die Reisekosten und Unterbringungskosten werden von jedem selbst getragen. Das ist eine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass wir knapp 14 000 Euro im Monat benötigen, um den Tierheimbetrieb aufrecht zu erhalten. Und das allein hinzubekommen, ist schon ein Kraftakt.

Vermittelt der Verein "Animas Pfötchenhilfe" denn auch Hunde?

Als Förderverein konzentrieren wir uns auf die Hilfe vor Ort und vermitteln daher keine Hunde. Doch wir sind sehr froh, befreundete Partnervereine zu haben, die sich der Vermittlung unserer Hunde aus dem Tierheim "Asociatia Anima" in Campulung widmen. Unsere Partnervereine wählen zusammen mit der Tierheimleitung geeignete Hunde zur Vermittlung aus. Damit wird sichergestellt, dass ausschließlich gut sozialisierte und in Deutschland gut integrierbare Hunde ausreisen.

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