Schwanau Angebot verbindet ganz Schwanau

Praktisch: Die beiden Schwestern Maria Scholz (links) und Gertrud Engler können direkt beim Diakonissenhaus einsteigen. Foto: Werner

Der Gemeinderat Schwanau hat beschlossen, dass der kostenlos verkehrende Bürgerbus mindestens zwei weitere Jahre fahren soll. Das Projekt kommt gut an, die Fahrgastzahlen wachsen stetig. Wir sind einen Nachmittag mitgefahren.

 

Schwanau. Die beiden Diakonissen-Schwestern Gertrud Engler und Maria Scholz warten schon an der Haltestelle "Diakonissenhaus" in Nonnenweier, als der Bürgerbus vorfährt. Fahrer Giuseppe Vinci kennt die beiden schon: "Die Schwestern fahren regelmäßig mit. Sie sind sehr freundlich." Er steigt aus und hilft ihnen beim Einsteigen – sobald alle angeschnallt sind, geht es weiter nach Allmannsweier zum Supermarkt.

"Dort gehen wir immer zusammen einkaufen", erzählt Engler, "Wir sind froh, dass es den Bus gibt. Die große Ladefläche bietet genug Platz für unsere Einkäufe". Vinci berichtet, dass manchmal auch eine junge Frau mit ihren drei Kindern mitfährt. Auch für solche Situationen ist der Bus ausgestattet – drei Kindersitze sind mit an Bord. "Im Kofferraum ist viel Platz, ich hab sogar schon mal zwei Rollatoren und auch einen Kinderwagen mit transportiert", erzählt er.

Vinci ist seit 2013 dabei – da wurde das Projekt von der Gemeinde ins Leben gerufen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hubert Wetterer fährt er den blauen Bus zweimal pro Woche (dienstags zwischen 8.55 Uhr und 11.49 Uhr sowie donnerstags zwischen 13.55 Uhr und 16.49 Uhr) durch die Schwanauer Ortsteile. Die Route beginnt in Wittenweier, führt über Nonnenweier bis nach Allmannsweier. Dann geht es nach Ottenheim und über Nonnenweier zurück nach Allmannsweier.

Vinci hat das Radio aufgedreht, die Stimmung ist gut. Drei ältere Damen sitzen mittlerweile im Bus und unterhalten sich angeregt. Lydia Kern ist noch zugestiegen, sie möchte auch einkaufen. Die Frauen kennen sich, fahren sie doch regelmäßig gemeinsam mit dem Bus. "Ich nutze das kostenlose Angebot sehr gerne, das ist total praktisch", berichtet Kern.

Nicht nur Ältere nutzen das Angebot

In Allmannsweier angekommen, haben die Fahrgäste dann zwanzig Minuten Zeit, ihre Einkäufe zu erledigen. Wer länger braucht, kann einfach bei der nächsten Runde (eine Stunde später) wieder mitfahren. Die Mehrheit der Nutzer seien laut Vinci Ältere: "Es fahren viele Senioren mit, die zum Arzt müssen oder zur Bank", berichtet er. Hin und wieder nehme er jedoch auch Schulkinder oder Jugendliche mit.

Doch wenn die acht Plätze des Busses belegt sind, müssen sich die Fahrer etwas einfallen lassen. "Ich frage dann, ob sie in der nächsten Runde mitfahren können", erzählt Vinci. Die Menschen würden dann verständnisvoll reagieren. "Die meisten wohnen oft nur wenige Meter von der Haltestelle entfernt". Außerdem seien gerade Senioren oft zeitlich flexibel.

Im vergangenen Jahr wurden an elf Fahrtagen 30 Fahrgäste und mehr gezählt. Die Zahlen sind im Laufe der Jahre stetig gestiegen: Wurden im Anfangsjahr noch 1177 Gäste befördert, so waren es 2014 bereits 1221. Im Jahr 2015 wurden 1265 Fahrgäste befördert und 2016 sind sogar 2011 Menschen mitgefahren. Das entspricht einer Zunahme um 70 Prozent seit 2013.

  • Bewertung
    0