Schutterwald Ein erster echter Härtetest

HSG Freiburg - TuS Schutterwald (Samstag, 17.45 Uhr). Vizemeister gegen Landesligaaufsteiger. Würde man das Spiel am Samstagabend in der Gerhard-Graf-Halle in Freiburg rein unter nominellen Gesichtspunkten betrachten, wäre es wohl ein klare Sache für die Gäste aus der Ortenau. Doch die HSG aus Freiburg ist sicher kein gewöhnlicher Aufsteiger. Mit drei Siegen in die erste Südbadenliga-Saison seit Jahren gestartet, steht das Team des Trainerteams Max Wachter und Patrick Schweizer punktgleich mit dem kommenden Gegner auf Rang zwei in der Tabelle. Und nicht wenige aus den südbadischen Handballkreisen sehen die HSG auch am Ende der Spielzeit im oberen Tabellendrittel.

Beidseitiger Respekt

Grund zu dieser Annahme gibt vor allem ein Name: Matthias Riedel. Der Zweimetermann spielte zuletzt in Konstanz in der 2. Bundesliga und war auch in dieser Liga ein gefürchteter Rückraumschütze. "Wenn ein Spieler aus der 2. Liga in die Südbadenliga wechselt, muss man das merken", weiß auch Schutterwalds Trainer Nico Baumann. "Das ist der Mann, auf den wir uns konzentrieren werden", sagte er weiter, weiß aber auch, dass man die HSG nicht nur auf Riedel beschränken sollte. Denn mit Yannick Cesar haben die Freiburger einen Ex-Schutterwälder in ihren Reihen, der absolut auf Südbadenliga-Niveau spielt. Dazu kommt mit Christoph Muy ein Kreisläufer, der zusammen mit Riedel den mutmaßlich besten Innenblock der Liga stellt.

Die Favoritenrolle sehen dennoch sowohl Wachter als auch Baumann aufseiten der Gäste. Denn auch der TuS hat sich zur neuen Saison mit dem ehemaligen Drittligaspieler Felix Zipf von der SG Köndringen/Teningen namhaft verstärkt. "Und sie waren davor schon doppelt gut besetzt", sagt Wachter und sieht den kommenden Gegner sogar als einen der Favoriten auf die Meisterschaft.

Tagesform wird entscheiden

Von dem her wird es interessant zu sehen, wie sich das Team um Ex-Profi Riedel gegen einen starken Gegner schlagen wird. Denn bisher hatten die Freiburger ein verhältnismäßig leichtes Auftaktprogramm. Zwar war der Sieg in Muggensturm keineswegs eingeplant – doch mit Schutterwald kommt definitiv ein anderes Kaliber. "Wir wissen, was wir drauf haben", gibt sich Wachter selbstbewusst.

Für die Zuschauer wird es vor allem interessant zu sehen, was Riedel drauf hat. Denn bisher wurde er noch nicht komplett gefordert. Das wird sich gegen die extrem starke TuS-Abwehr wohl ändern. Und trotz des großen Namens plant Baumann keine defensive Überraschung. "Wir werden unsere normale Abwehr spielen", verrät er und ist gespannt auf das Spiel. "Mal schauen, wie beide Mannschaften am Samstag drauf sind – für uns ist es auf jeden Fall ein schwieriges Spiel", sagt er und hat vor allem Respekt vor der kompakten 6:0-Abwehr der HSG. "Hier müssen wir Lösungen finden", fordert er.

Es scheint also alles angerichtet für einen Härtetest zweier Teams, von denen sich eines am Samstag das letzte Mal die weiße Weste überziehen wird.

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