Schuttertal "Wirbelwind" hat alles im Griff

Regionale Produkte wie Eier stehen im Warensortiment des Dorfladens an erster Stelle: Marktleiterin Martina Kaspar-Rothweiler kümmert sich unter anderem um die Bestellung. Foto: Weber

Schweighausen - Seit Ende Oktober hat der Dorfladen Schweighausen geöffnet – und seitdem brummt das Geschäft mit regionalen Waren und im Café. Immer mittendrin ist Marktleiterin Martina Kaspar-Rothweiler. Sie ist glücklich, Teil dieses Projekts zu sein.

Die 47-jährige Dörlinbacherin ist eigentlich gelernte Floristin. "Ich bin immer im Verkauf in der Blumenbranche tätig gewesen." Eine Zeit hatte sie ihren eigenen Laden in Seelbach, sie hat aber auch in Lahr und zuletzt bei einem Pflanzengroßhandel in Teningen gearbeitet. Als dieser insolvent ging, suchte der Dorfladen gerade seine Führungskraft.

Beeindruckt von der Leistung der Ehrenamtlichen

"Ich hatte das Projekt natürlich schon beobachtet. Der Dorfladen wurde aus dem Ehrenamt heraus geschaffen. Das ganze Dorf steht dahinter, das fand und finde ich toll." Da sie ohnehin gerne wieder in der Region arbeiten wollte und ihre Mutter sogar gebürtige Schweighausenerin ist, passte der Job gut zu ihr. "Ich habe den Vorstand gewarnt: Wenn sie mich einstellen, müssen sie mit einem Wirbelwind umgehen können." Abgeschreckt hat dies aber nicht – im Gegenteil: Kapar-Rothweiler bekam den Posten.

"Wir sind von null auf 500 gestartet", beschreibt die zweifache Mutter die Anfangszeit, in der alle ihren Platz im laufenden Betrieb finden mussten. Zu ihren Aufgaben gehört "das gesamte Geschehen im Laden". Sie kümmert sich um die Produkte, um die Bestellung, pflegt den Kontakt zu regionalen Lieferanten, teilt das Personal ein und arbeitet im Verkauf und Service. Zwei Halbtags- und zwei 450-Euro-Kräfte sind im Moment angestellt. Hinzu kommen etliche Ehrenamtliche, die auch der Marktleiterin mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Alle haben mit angepackt, damit wir einen guten Start haben", sagt Kaspar-Rothweiler.

Bei sieben Öffnungstagen und dem Alltagsstress findet die Marktleiterin vor allem in der Natur ihren Ausgleich. Dort reitet die 47-Jährige gerne mit ihrem Pferd oder wandert mit ihrem Mann. Außerdem ist sie schon seit der Gründung vor 13 Jahren Mitglied des Chors "Lauschangriff". Im Dorfladen möchte sie nach und nach mehr Regelmäßigkeit reinbringen, gerade um das Personal und auch die Ehrenamtlichen nicht zu überlasten. Die Atmosphäre für Kunden und Mitarbeiter solle so harmonisch bleiben.

Denn diese hat einen großen Anteil am Erfolg des Dorfladens, sagt auch Vorstandsmitglied Rainer Wenglein. "Die ersten Monate haben alle unsere Erwartungen übertroffen." Sowohl das Café als auch der Verkauf liefen hervorragend.

Sogar Jugendliche kommen in den Laden für ein Getränk

Nach zwei Monaten sei noch kein abnehmendes Interesse zu bemerken. "Der Dorfladen ist wie erhofft ein Ort der Begegnung geworden", sagt Wenglein auf Nachfrage. Viele Seniorengruppen würden ihn aufsuchen, mittags seien häufig junge Mütter im Café, und sogar die Jugend treffe sich gerne auf ein Getränk im Laden, sagt Wenglein.

Besonders viel los ist laut Wenglein morgens und nachmittags, mittags und abends ist es etwas ruhiger. Einen Bedarf, etwas an den Öffnungszeiten zu ändern, gebe es nicht, sagt er. Der Dorfladen hat montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr und samstags von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Sonntags ist der Laden von 8 bis 11 Uhr in Betrieb. Das Café empfängt von 8 bis 18 Uhr Gäste.

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