Schuttertal "Wir müssen schnell wieder üben"

Schuttertal - Die Festhalle war gerade groß genug, damit die Feuerwehr Schuttertal ihre Hauptversammlung unter Corona-Bedingungen abhalten konnte. Der alte und neue Kommandant Achim Zehnle würde lieber heute als morgen wieder mit Übungen starten.

Mitten im Lockdown hat die Feuerwehr Schuttertal ihre Mitglieder zur Hauptversammlung in Präsenz eingeladen – mit Abstand, Maske und strengen Hygienevorschriften. Es war die erste Hauptversammlung der Wehr während des Lockdowns, die wegen wichtiger Wahlen habe stattfinden müssen, sagte Kommandant Achim Zehnle im Vorfeld (wir berichteten).

Wochen zuvor war Zehnle mit Bürgermeister Matthias Litterst und Linda Schuhmacher aus der Verwaltung in Kontakt über die Umsetzung der Regeln und wie die Versammlung unter Corona-Bedingungen ablaufen soll: Ohne Voranmeldung gab es dann am Samstagabend keinen Zutritt und die Abstandsregeln wurden strikt eingehalten. Der Personalstand der Wehr beträgt im Moment 75 aktive Frauen und Männer. 16 Jugendliche gehören zur Jugendfeuerwehr und 29 Alterskameraden zählen ebenfalls mit dazu.

Zehnle gab einen kurzen Überblick über die Themen 2020. Die Wehr wurde zu 14 Einsätzen gerufen. Vier davon waren Brände, ein Alarm stellte sich als Fehlalarm heraus und neun Mal leistete die Feuerwehr technische Hilfe. Hierzu zählt beispielsweise auch die Beseitigung von Sturmschäden.

Ein riesiges Projekt war die Fertigstellung der Löschwasserversorgung Geisberg. Jochen Hummel, Gruppenführer in der Abteilung Schweighausen, war die treibende Kraft bei dieser Aktion. Nach deren Fertigstellung stehen der Feuerwehr nun sechs Zisternen mit zusammen 260 Kubikmetern Wasser zur Verfügung, die sich in einer Entfernung von etwa 600 Metern zueinander befinden.

App sendet Alarm auf das mobile Endgerät

Die technische Ausstattung der Aktiven wurde mit der App Alamos verbessert, die einen Alarm auf das mobile Endgerät sendet. Ein tragbarer Bildschirm im Fahrzeug zeigt auf einer Karte die Wasserentnahmestellen um den Einsatzort an. Die Ersatzbeschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Abteilung Dörlinbach wurde durch den Kauf eines technisch einwandfreien Kombis vervollständigt.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Happersberger sagte in seinem Vorwort, dass die Kameraden so schnell wie möglich wieder für Einsätze üben müssten. Das soll nach Ostern in Kleingruppen mit höchstens zehn Personen wieder möglich sein. Denn tagtäglich sind Feuerwehrleute im Einsatz und bisher sei kein Fall bekannt, dass sich ein Aktiver beim Einsatz angesteckt hätte. Und da es um die Sicherheit der Bevölkerung gehe, müsse man sich eben auf den Ernstfall vorbereiten.

Bürgermeister Matthias Litterst führte aus, dass nun auch die Bauhof-Mitarbeiter nach entsprechender Ausbildung zu Feuerwehreinsätzen mit ausrücken. Damit verbessere sich die Verfügbarkeit der Wehrleute am Tag, die immer wieder ein Thema sei. "Feuerwehr ist kein Hobby", so der Bürgermeister. Hier investierten Ehrenamtliche ihre Freizeit und brächten sich in teilweise gefährliche Situationen, um Bürgern zu helfen.

Ausbildung soll künftig im Vordergrund stehen

Bei den nachfolgenden geheimen Wahlen wurde Abteilungskommandant Simon Spitz für weitere fünf Jahre als Chef in Schweighausen bestätigt. Sein Stellvertreter wird auch die kommenden fünf Jahre Johannes Neumaier sein. Einstimmig erhielten Kommandant Achim Zehnle und sein Stellvertreter Frank Wangler ebenfalls die Bestätigung, ihre Arbeit für weitere fünf Jahre fortzusetzen. Dem Feuerwehrausschuss in Schweighausen gehören Gottfried Neumaier, Manuel Neumaier, Bernd Striegel, Marco Spitz und Wolfgang Weber an.

In diesem Jahr steht vor allen Dingen die Ausbildung im Vordergrund, die wieder anlaufen soll. Das Fahrzeug mit Allradantrieb und einem 2000 Liter-Tank für die Abteilung Schuttertal ist in Planung, Zuschussanträge sind gestellt und im Herbst soll die Ausschreibung erfolgen.

Ehrungen

 70 Jahre: Roman Geiger und Konrad Ohnemus

 60 Jahre: Georg Kürz

 50 Jahre: Reinhold Grimm, Franz Kaspar, Hans Ohnemus und Anton Himmelsbach

40 Jahre:  Roman Striegel

15 Jahre: Katharina Fehrenbacher, Benjamin Neumaiern Ehrenabzeichen: Roland Delitzsch: silbernes Dienstjubiläum, silbernes Ehrenzeichen; Hermann Mellert: 40 Jahre aktiver Dienst, goldenes Ehrenkreuz; Matthias Neumaier und Thomas Beck: Ehrennadel in Silber der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Beförderungen: Fünf Feuerwehrfrauen und -männer durften ihre Beförderungsurkunde und die Abzeichen entgegennehmen. Sie haben nun das Anrecht auf einen Dienstgrad: Lena Zehnle: Feuerwehrfrau, Joshua Hupfer und Manuel Neumaier: Oberfeuerwehrmann, Christian Wangler: Löschmeister und Alexander Himmelsbach: Oberlöschmeister

 Verabschiedung: Franz Kaspar, Leiter der Alterskameraden, gehört seit 1970 der Wehr an. Nach 50 Jahren Dienst möchte er nun sein Amt in die Hände eines anderen Kameraden abgeben.

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