Schuttertal "Wie in einer langen Sommerpause"

Ein Bild aus besseren Tagen: Mitte 2017 trat der Männergesangsverein "Schutterbund" beim Waldfest der Schuttertaler Trachtenkapelle auf. Foto: Axel Dach

Schuttertal - Seit 132 Jahren gibt es den Schuttertäler Männergesangverein "Schutterbund". Während dieser Zeit mussten viele Krisen bewältigt werden. Eine Pandemie allerdings hat den Chor bisher noch nie stillgelegt. 

Keine Proben mehr seit Mitte März 

Sehr hart treffe den Schuttertäler Männergesangverein die Einschränkungen in der momentanen Krise, sagten die drei Vorstände David Schätzle, Sebastian Singler und Denis Schillinger. Seit Mitte März gab es im Verein keinerlei Proben, Auftritte oder andere Zusammenkünfte mehr. Auch der kulturelle Beitrag des MGV zum 750-jährigen Ortsjubiläum könne daher nicht wie geplant stattfinden, da das gesamte Ortsjubiläum nun auf 2021 verschoben wurde (wir berichteten).

Eigentlich wollte der Verein das Freilichttheater "Wellenreiter" von Gottfried Zurbrügg im Modoscher Park im Juni aufführen. Ein neuer Termin hierzu stehe zwar noch nicht fest, teilt der Vorstandmit, jedoch werde die Veranstaltung mit Sicherheit verschoben. Alle Sänger samt dem Dirigenten Udo Wendle, welcher den Chor bereits seit mehr als zwanzig Jahren dirigiert, seien nun in einer sehr langen "Sommerpause". So fühle es sich jedenfalls an, sagt Sebastian Singler. Doch nun werde es langsam Zeit, dass diese ungewollte Pause ende.

"Schutterbund" steht finanziell noch gut da

Auch überlege sich der Vorstand bereits, wie die Sänger in Kontakt bleiben, falls die Maßnahmen für Gesangvereine nicht bald gelockert werden. Online-Treffen gebe es aktuell noch nicht unter den Sängern. Sorgen und Kopfzerbrechen bereiten sowohl dem Vorstandsteam als auch dem Dirigenten darüber hinaus, dass sich gewöhnlich bei den Chorproben viele Sänger auf engem Raum befinden und das Singen in geschlossenen Räumen darüber hinaus momentan auch ein gewisses Risiko berge. Das bedeutet, dass Chorproben noch eine längere Zeit gar nicht stattfinden dürfen.

Finanziell stehe der MGV allerdings nach wie vor gut da, allerdings könne der Vorstand die finanziellen Verluste, welche zum heutigen Stand aufgrund des Ausfalles vom Freilichttheater Wellenreiter bereits entstanden sind, bis dato noch nicht benennen. Es wurden dafür jedoch bereits seitens des Vereines definitiv verschiedene Ausgaben getätigt.

Der Vorstand hofft nun, dass aufgrund des Verschiebens der Aufführungen in das kommende Jahr die momentanen Verluste auf ein Minimum reduziert werden können. "Wir sind ein großer starker Verein!" und genau das mache Mut und Zuversicht, sind sich die drei Vorstände einig.

Stark bleiben und sich nicht verrückt machen

Nach der Aufhebung der Einschränkungen werde der MGV sicherlich wieder aus dem "Dornröschenschlaf" aufwachen und dann schnell wieder aufleben, so Singler, Schätzle und Schillinger.

Für ihren Chor sowie auch andere Vereine haben die drei Vorstände "Mutmacher": Sie raten dazu, stark zu bleiben und sich nicht verrückt machen zu lassen. Alle drei samt dem Dirigenten Wendle sind sich sicher, dass bald wieder bessere Zeiten für das Vereinsleben kommen werden.

In diesem Jahr seien nun allerdings keine Veranstaltungen mehr geplant, der Verein wollte sich eigentlich voll und ganz auf das 750-jährige Dorfjubiläum konzentrieren. Zuversichtlich sei der Verein jedoch, das traditionelle Dreikönigstheater im Januar 2021 in der Festhalle aufführen zu können. Jedenfalls freuen sich alle Sänger samt Dirigent und Vorstand jetzt schon auf die Zeit, wenn die Maßnahmen für Chöre gelockert beziehungsweise aufgehoben werden. Dann wolle man sich selbstverständlich wieder wöchentlich zur Chorprobe treffen und das Singen sowie die Kameradschaft wieder zur alten Stärke aufleben lassen.

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