Schuttertal Umweltsünder hinterlässt Adresse

Schuttertal - Eimer, Platten, Schutt – überall auf dem Waldboden verstreut. Anfang Juli wurden rund 400 Kilo Bauschutt im Staatswaldrevier Klosterwald abgeladen.

Enttarnter Müllsünder muss mit hoher Geldstrafe rechnen 

Der Müllsünder, der bereits enttarnt wurde, muss nun mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Als Forstwirtschaftsmeister Achim Zehnle am 9. Juli morgens in den Klosterwald fuhr, erwartete ihn eine böse Überraschung: Riesige Mengen an Müll, zum größten Teil Bauschutt, lagen überall auf dem Waldboden auf der Gemarkung Schuttertal verstreut. "Es handelt sich um Reste von Gipsplatten und leere Farbeimer – mehr als ein voll beladener PKW-Anhänger!", so Zehnle, der auch Mitarbeiter des Forst Baden-Württembergs ist.

Später stellt sich heraus: Fast 400 Kilo Bauschutt wurden dort illegalerweise abgeladen. Und das nicht zum ersten Mal. Tatsächlich sei es im Bereich des Heidenbühlweg schon des Öfteren zu illegalen Müllablagerungen gekommen, weiß Zehnle. An dieser Stelle würden immer mal wieder alte Autoreifen entsorgt werden. Auch ein alter Herd sei dort schon gefunden worden, immer wieder auch kleinere Menge an Bauschutt –­ aber noch nie eine derartig große Menge von fast 400 Kilogramm.

Auch ein alter Herd wurde schon gefunden

Es sei ein leidiges Thema, dass Förster, Behörden und Waldbesucher schon seit Langem beschäftigt: illegal entsorgter Müll im Wald, schreibt auch der Forst Baden Württemberg in einer Pressemitteilung.

Die abgeladenen 400 Kilo Bauschutt im Schuttertäler Wald würden dabei nicht nur die Waldidylle trüben, sondern auch eine große Gefahr für die Natur bergen. Zudem sei diese Art der Müllentsorgung nicht nur "pure Umweltverschmutzung", sondern auch illegal.

"Jeder Haushalt hat heutzutage die Möglichkeit, diese Abfälle an öffentlichen Deponien ordnungsgemäß und einfach zu entsorgen", sagt auch der zuständige Förster Rolf Fehrenbach.

Illegales Entsorgen kann eine Straftat sein

Der abgeladene Müll verrotte nicht, belaste die Umwelt und berge ein Verletzungsrisiko für die im Wald lebenden Tiere, kritisiert er. Zudem stelle das illegale Entsorgen mindestens eine Ordnungswidrigkeit, aber je nach Größe des illegal entsorgten Mülls auch einen Straftatbestand dar, schreibt der Forst-Baden-Württemberg. Rund 1800 Mitarbeiter sind für Forst-BW im Einsatz. Die Forstverwaltung trägt laut einer Pressemitteilung die Verantwortung für die Bewirtschaftung von mehr als 320 000 Hektar Staatswald – das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs – und ist damit nach eigenen Angaben der größte Forstbetrieb des Landes.

Die illegale Ablagerung von Bauschutt kann für den Verursacher ziemlich teuer werden. Der aktuelle Bußgeldkatalog des baden-württembergischen Umweltministeriums gibt als Bußgeldsatz bei einer illegalen Entsorgung von Bauschutt, Bau- und Abbruchabfällen oder Erdaushub eine Summe zwischen 100 und 10 000 Euro vor. Die Höhe der Geldstrafe ist unter anderem abhängig von der entsorgten Müllmenge.

Entsorgung hätte 32 Euro gekostet

Bei Mengen über 5 Kubikmetern bis zum Beispiel 1000 Kubikmetern sei davon auszugehen, dass die illegale Ablagerung aufgrund einer gewerblichen Tätigkeit erfolgte und der Verursacher sich damit einen erheblichen finanziellen Vorteil verschafft habe, heißt es dazu im Bußgeldkatalog. Nur meistens wird der Verursacher nicht gefunden, in diesem Fall hatten die Arbeiter aber Glück – und finden tatsächlich einen Adressaufkleber. "Wenn tatsächlich große Mengen an Müll gefunden werden, geht man da auch mit Handschuhen ran und durchsucht ihn", so Fehrenbach. Nun wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. Mittlerweile ist der Schutt im Wald fachgerecht entsorgt – auf der Deponie.

Der Blick auf den Lieferschein löste bei den Forstleuten ein verständnisloses Kopfschütteln aus. "Die fachgerechte Entsorgung hätte nur 32,13 Euro gekostet", so Zehnle. Die Strafe für die illegale Ablagerung im Wald dürfte nun aber um einiges teurer werden.

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