Schuttertal Trotz Pause: "Jeder Handgriff sitzt"

Ende Juli haben die Mitglieder Freiwilligen Feuerwehr Schuttertal wieder mit den Proben beginnen. Maximal zehn feste Teilnehmer dürfen nun an den Proben teilnehmen. Foto: Axel Dach

Schuttertal - Mehr als vier Monate lang durfte die Feuerwehr Schuttertal coronabedingt nicht mehr proben. Vor rund zwei Wochen hat die Wehr den Probenbetrieb – unter etwas anderen Bedingungen – wieder aufgenommen.

Einsätze haben reibungslos geklappt

Trotz Übungspause haben die Einsätze, bei denen die Wehr in den vergangenen Monaten ausrücken musste, aber reibungslos geklappt, berichtet Kommandant Achim Zehnle. Er spricht mit der Lahrer Zeitung über neue Herausforderungen bei der Probenarbeit und darüber, was ihm Sorgen bereitet.

Herr Zehnle, vor Kurzem brannte in Schuttertal ein großer Holzschuppen ab. Wie ist der Einsatz aus Ihrer Sicht gelaufen – auch im Hinblick auf die lange Corona-Zwangspause?

Der Einsatz ist sehr gut abgelaufen. Es wurde sehr schnell gehandelt, so wurde ein Übergreifen der Flammen auf die umliegenden Gebäude verhindert und der Schaden beschränkte sich auf den Schuppen. Während des Einsatzes konnte man in keinster Weise feststellen, dass wir seit März keine Übungen mehr hatten. Jeder Handgriff saß!

Was ist nun überhaupt anders bei Einsätzen?

Das grundsätzliche Vorgehen ist natürlich nicht anders. Vor Ort gilt es dann, wo möglich den Abstand einzuhalten, da sind besonders die Führungskräfte gefragt. Beim Atemschutz ist dies natürlich nicht nötig.

Tragen die Feuerwehrleute einen Mund-Nasenschutz bei Einsätzen?

Wo der Abstand nicht eingehalten wird, zum Beispiel auf der Anfahrt, müssen Mund-Nasen-Schutzmasken getragen werden. Ansonsten haben wir natürlich den Vorteil, dass wir in der Regel im Freien arbeiten. Im Gebäude ist im Brandfall der Atemschutz gefragt, diese Wehrmänner tragen ja bereits ihren speziellen Atemschutz. Im Umgang mit zu rettenden oder fremden Personen wird natürlich Maske getragen.

Was bedeutete es für die Gesamtwehr Schuttertal, für mehrere Monate nicht mehr proben zu können ?

Natürlich blieb der persönliche Austausch aller drei Abteilungen auf der Strecke. Wichtige Punkte wie zum Beispiel Einsatztaktik, Atemschutzunterweisungen und Maschinistenunterweisungen haben wir per Video-Stream durchgeführt.

Welche Vorgaben in Bezug für Proben und Einsätze bestehen momentan für die Wehr?

Übungen sollen, wo immer möglich, per Video-Stream durchgeführt werden. Für Einsätze relevante wichtige Punkte dürfen mit maximal zehn fest bestimmten Feuerwehrangehörigen geübt werden. Diese dürfen nicht untereinander tauschen. Dies alles natürlich unter Einhaltung der Abstands- und der Hygienevorgaben.

Diese Einschränkungen gelten für 2020. Wir gehen davon aus, dass wir auch ins Jahr 2021 so starten werden.

Was bedeutet das für die Feuerwehr Schuttertal konkret?

Wir haben die Mannschaften aller Abteilungen in feste Gruppen mit maximal zehn Leuten eingeteilt. Am 27. Juli haben wir wieder mit den Übungen begonnen, die dann immer im Freien stattfinden werden. Dort werden vor allem Grundtätigkeiten aufgefrischt. Große Übungen kann es keine geben. Es wird auch keine Sommerpause in diesem Jahr geben.

Was bereitet Ihnen am meisten Sorgen und Kopfzerbrechen?

Ich hoffe, dass es niemals dazu kommen wird, dass eine Feuerwehr aufgrund von Coronafällen in den eigenen Reihen nicht ausrücken kann. Nicht einfach wird es, die ausgefallenen Lehrgänge wieder aufzuholen. Hier wird es Jahre dauern, bis wir auf Kreis- und Landesebene die Rückstände aufgearbeitet haben. Ich selbst wollte eigentlich mit einer Gruppe am Leistungsabzeichen teilnehmen, das nun leider, was ich sehr schade finde, nicht stattfinden konnte.

Momentan kenne ich übrigens keinen Schuttertäler Feuerwehrmann, der auf Grund fehlender Aktivität sich Gedanken macht, aus der Feuerwehr auszutreten und ich hoffe, dass dies weiterhin so bleiben wird.

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