Schuttertal Trockenheit begünstigt Schädlinge

Waldbesitzer müssen ein Auge auf Schädlinge wie den Kupferstecher haben. Foto: Hiekel

Schweighausen - "Toller Sommer, aber nicht für die Natur": So hat der Geschäftsführer der Waldservice Ortenau, Kurt Weber, die vergangenen Monate bei der Schuttertäler Waldbesitzerversammlung zusammengefasst. Viele Trockenschäden seien entstanden.

 

Zu der Versammlung im Gasthaus Krone in Schweighausen hatte die Forstverwaltung eingeladen. Weber erläuterte, dass das Schuttertal noch relativ gut davon gekommen sei. Im Renchtal dagegen sind Einzellagen mit Fichten von bis zu 1500 Festmetern durch Buchdrucker und Kupferstecher befallen und müssen geschlagen werden. Dies entspricht in etwa der Menge, die im Schuttertal pro Jahr geerntet werden. Um diese Mengen lagern zu können, wurde nahe der Autobahnausfahrt Offenburg ein Holzlagerplatz geschaffen. Der trockene Sommer hat die Nadelhölzer nachhaltig geschädigt. Und man rechnet damit, dass als Nächstes auch bei den Tannen Schäden auftreten werden. Bedingt durch die hohen Temperaturen, die auch derzeit noch gemessen werden, können die Schädlinge bis zu einer Generation mehr "produzieren", was für das kommende Frühjahr viel Arbeit für die Waldbesitzer bedeutet.

Revierleiter Elmar Bantle und Kurt Weber baten eindringlich darum, die Baumbestände regelmäßig zu kontrollieren. Der Buchdrucker arbeitet sich vom Kronenansatz nach unten, wobei Bohrmehl anfällt und Rindenstücke abfallen. Der Kupferstecher befällt den Gipfelbereich, was an der Verfärbung erkennbar ist. Daher sei eine genaue Beobachtung erforderlich.

Für viele Holzsortimente konnten durch kürzlich abgeschlossene Verträge gute Preise erzielt werden. Durch die erheblichen Trockenschäden in einigen Teilen des Ortenaukreises schlugen Bantle und Weber den Schuttertälern vor, sich auf die Gewinnung von Laubholz zu konzentrieren, gleichzeitig aber zu sehen, ob die Lieferung von frischem Papierholz machbar sei. Douglasie, Kiefer, generell auch Industrieholz in allen Sortimenten ist gefragt und kann zu guten Preisen verkauft werden.

Sorge bereitet der Forstverwaltung indes auch das Eschen- und Erlensterben in der Rheinebene. Aktuell kann das Holz aber noch vermarktet werden. Die weitere Entwicklung der Holzmengen und damit der Preise sei nicht absehbar. Dringend notwendig wären reichliche Niederschläge, damit alle Bäume wieder mit Feuchtigkeit versorgt werden.

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