Schuttertal "Telefon stand gar nicht mehr still"

Ungewohntes Rampenlicht: Rektorin Susanne Junker stand einem Kamerateam bei der Verleihung des Schulpreises für die Grundschule Schuttertal Rede und Antwort. Auch einige Tage später erreichen sie immer noch Glückwunsch-Botschaften. Foto: Schabel

Schuttertal - Die Freude über den zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis ist bei der Grundschule Schuttertal auch mehr als eine Woche später noch spürbar. Zahlreiche ehemalige Kollegen und Eltern meldeten sich bei Susanne Junker. Bang geht der Blick zum Bildschirm.

In einer Online-Verleihung wird die Robert-Bosch-Stiftung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung in wenigen Momenten bekanntgeben, wer den Deutschen Schulpreis 2020 erhält. Es sind Imagefilme der 15 Schulen zu sehen, die es in die engere Auswahl geschafft haben.

Der Hauptpreis ist weg, die Otfried-Preußler-Schule in Hannover freut sich über die 100.000 Euro Preisgeld, zuvor fällt der Name Grundschule Schuttertal. Rektorin Susanne Junker reckt den Pokal für den zweiten Platz in die Höhe. Die Freude über die große Ehre für die kleine Schule ist riesig.

Ende des Trubels ist der Rektorin ganz recht

Acht Tage ist dieser Moment jetzt her – aber so ganz ist der Trubel um den Preisgewinn noch nicht abgeebbt. "Ich habe erst heute wieder E-Mails mit Glückwünschen aus dem ganzen Land erhalten", berichtet Junker im Gespräch mit der Lahrer Zeitung am Mittwochnachmittag.

Viele Menschen, die Junker im Laufe der Schulzeit kennengelernt hat, melden sich: Eltern, ehemalige Kollegen und sonstige Bekannte. Viele suchen auch das direkte Gespräch, um ihre Glückwünsche loszuwerden. "Das Telefon stand gar nicht mehr still", berichtet Junker, die jetzt langsam damit rechnet, dass der Sturm an E-Mails und Anrufen endet.

Ein Abschluss des Ausnahmezustands ist der Rektorin auch ganz recht. "Wir sind ja wieder im Schulalltag und brauchen ja auch etwas Ruhe im Haus. Ein Normalzustand soll das ganze Drumherum nach dem Preis ja auch nicht werden." Statt gebannt die Bewerber-Videos der anderen Schulen zu sehen, steht für die Kinder wieder Mathe und Deutsch auf dem Stundenplan.

Der Schulpreis habe auch dafür gesorgt, dass viele Gratulanten sich vor Ort einmal anschauen wollen, was die Grundschule Schuttertal zum Preisträger macht. "Wir haben Anfragen von Eltern oder ehemaligen Lehrern, die zu Besuch kommen wollen", so Junker.

Verwendung des Preisgelds noch offen

Die Schüler hatten bereits am Tag der Preisverleihung eine genaue Vorstellung davon, was mit den 25.000 Euro, die jetzt nach Schuttertal fließen, passieren soll. "Schaumbad, Schaumbad" sangen sie im Chor. Zuvor war bei der Übertragung der Preisverleihung gezeigt worden, dass eine der Konkurrenz-Schulen ihren Schülern sogar Schaumbäder spendiert.

Ob es denn auch an der Grundschule Schuttertal soweit kommt, verrät Junker nicht. Nur so viel: "Die Entscheidung steht noch nicht. Wir haben intern schon einige mögliche Projekte besprochen". Bauliche Mängel müssten derzeit nicht ausgemerzt werden, mit der Infrastruktur ist Junker zufrieden.

Ob der Schulpreis auch auf dem Schulhof oder in den Gängen unter den Schülern noch ein großes Gesprächsthema ist, weiß Junker nicht. Den Kindern sei aber anzumerken, dass das Erlebnis noch frisch sei. "Ich sehe immer noch das Strahlen in ihren Augen", sagt Junker.

Masken werden empfohlen

Der Alltag hat die Grundschule Schuttertal nach dem zweiten Platz beim Deutschen Schulpreis wieder. Und dieser ist in Zeiten von Corona von Schutzmasken geprägt. In Schuttertal gilt jedoch, wie in allen anderen Grundschulen laut Corona-Verordnung des Landes, keine Maskenpflicht. "In den engen Räumen, wo man nicht gut auf Abstand bleiben kann, empfehlen wir den Lehrern und Schülern, Masken zu tragen", sagt Rektorin Susanne Junker.

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