Schuttertal SV Dörlinbach träumt von Kunstrasen

Dörlinbach - Der Rasenplatz vom SV Dörlinbach ist in keinem guten Zustand. Es besteht ein Gefälle von 2,40 Metern von einem Ende zum anderen. Ein ganzjähriger Betrieb ist nicht möglich. Nun möchte der Verein endlich einen Kunstrasenplatz bekommen.

Die letzte Sanierung des Platzes ist schon eine Weile her. 1983 war das. "30 000 DM hat das damals gekostet", erinnern sich Heiko Wangler und Dominic Winterer, die Vorstände des SVD. Seitdem werde der Platz in Eigenleistung "aufgepeppt", mit Zuschüssen von der Gemeinde. Doch das reicht dem Verein nicht mehr.

Schon seit 2011 weichen die Fußballer regelmäßig auf andere Plätze aus. Gekickt und trainiert haben sie bereits auf Plätzen in Freiamt, Biederbach oder auch Prinzbach. "Das stößt bei den Spielern natürlich nicht auf Begeisterung." Die Fahrtkosten könne der Verein nur teilweise übernehmen. Für die Vorbereitung auf die Rückrunde geht es deshalb auch häufig ins Fitnessstudio statt auf den Trainingsplatz. "Der Rasenplatz geht je nach Witterung einfach schnell kaputt", so Wangler.

Eine Folge: Jugendliche spielen kaum noch in Dörlinbach Fußball, sondern trainieren und spielen ab der C-Jugend in Spielgemeinschaften in Reichenbach und Seelbach. Bei den Erwachsenen gibt es zwei Männerteams und eine Damenmannschaft. Von den 350 Mitgliedern zählt der SVD etwa 180 Aktive.

Als einzige Alternative sehen Wangler und Winterer einen neuen Kunstrasenplatz. Echtrasen komme nicht mehr infrage, weil sie nur einen Platz in Dörlinbach hätten. Selbst mit einem neuen Echtrasen sei der Trainingsbetrieb im Winter nicht möglich.

Es ist bereits der dritte Anlauf für das Projekt. Der Zeitpunkt sei günstig, da der Verein in diesem Jahr ein Darlehen über 75 000 Euro abgestottert haben wird, das für das Vereinsheim benötigt wurde. Dafür wurde 2014 extra ein freiwilliger Zusatzbeitrag ins Leben gerufen. Immer im Hinterkopf, sich endlich um das Platzproblem zu kümmern. Die Lösung ist aber nicht billig. Ein Angebot, das der Verein hereingeholt habe, ist 450 000 Euro teuer. Alleine 240 000 Euro seien nötig für einen Unterbau, um den Platz eben zu bekommen.

Verein müsste Kredit aufnehmen

Der Badische Sportbund würde sich laut Wangler mit 94 500 Euro beteiligen, der Verein sei mit Eigenleistung, Spenden und einem Kredit mit 100 000 Euro dabei. "Wir haben bewiesen, dass wir auch große Darlehen schnell tilgen können." Den Rest, stolze 254 000 Euro, hat der Verein bei der Gemeinde beantragt. Dass das sehr viel Geld ist, ist den Vorsitzenden bewusst. "Die Summe würde nicht nur dem SV Dörlinbach zugute kommen, sondern den gesamten Fußball im Schuttertal fördern." Schulen könnten den Platz benutzen ebenso wie Vereine anderer Sportarten. Auch die Schweighausener könnten den Platz nutzen. Zudem gab es Verhandlungen über eine Spielgemeinschaft mit den Senioren-Fußballern des Bergdorfs, sodass für eine ausreichende Auslastung aus Sicht der Dörlinbacher gesorgt sei. Der SV hat die Spielgemeinschaft auf Verwaltungsebene bereits abgesegnet. Die SG Schweighausen gab bei ihrer Hauptversammlung grünes Licht.

Der Verein sieht nur geringe Einsparpotenziale, wenn es um den Bau des Platzes geht. Beim Untergrund könnte man mit Auffüllmaterial arbeiten. Mit einer weiteren Förderung, beispielsweise aus der Regionalstiftung der Sparkasse, könnte man den Zuschuss vonseiten der Gemeinde auf 200 000 Euro begrenzen, so Winterer. Wenn ein Kunstrasenplatz tatsächlich gebaut werden sollte, erhofft sich der Verein durch die bessere Infrastruktur wieder mehr junge Kicker und langfristig wieder mehr Erfolg.

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