Schuttertal 800 Jahre Schweighausen: Spannender Blick in die Geschichte

Hermann Göppert hat zwei Jahre lang an der Ortschronik für Schweighausen gearbeitet. Foto: Bohnert-Seidel

Schweighausen - Schweighausen feiert 2019 sein 800-jähriges Bestehen. Hermann Göppert hat zu diesem Anlass die Ortschronik geschrieben. Offiziell vorgestellt wird das Werk am Freitag, 7. Dezember, ab 19 Uhr im Bergdorfhaus.

"Es ist mein bislang größtes Werk", sagt Hermann Göppert. In seinen Händen hält er ein Zeitdokument, an dem er zwei Jahre lang geschrieben hat. Es ist sein Geschenk an seine Heimat, der er mit inniger Liebe verbunden ist. Auf 262 Seiten offenbart sich dem Leser ein Werk, das in 150 Kapiteln 800 Jahre Ortsgeschichte umfasst. Gespickt mit 200 Bildern macht das Buch Lust zum Durchlesen und lässt auch alte Schweighausener zu Wort kommen. Ein Standardwerk für Schweighausener und jene, die sich für die Geschichte ihrer Heimat interessieren.

Wie der heute 77-Jährige überhaupt dazu gekommen ist, erzählt er mit Zungenschlag: "Ha, dü kannsch schriebe. Dü machsch des", hieß es in einer ersten Versammlung zur Gestaltung und Mitwirkung anlässlich der Feierlichkeiten zum Jubiläum. Das Buch soll für den Leser erschwinglich bleiben und kommt deshalb zum Selbstkostenpreis in den Verkauf.

Obwohl Göppert schon seit vielen Jahrzehnten in Heiligenzell lebt, fühlt er sich als Teil der Schweighausener Gemeinschaft –­ und das schon sein ganzen Leben lang.

"Eigentlich war die Besiedelung schon viel früher", weiß Göppert. Schon im Jahr 960 seien die ersten Siedler über den Streitberg ins Bergdorf gekommen. 1132 wurde ein erstes Kirchlein geweiht. Eine erste Beurkundung über die Belehnung von Wiesen und Äckern geht auf Rudolf I. von Üsenberg am 16. November 1219 zurück.

Zwei Jahre hat Göppert Archive durchforstet, viele historische Texte gelesen, verarbeitet und leicht verständlich in seinem Buch niedergeschrieben. In den 150 Kapiteln schreibt er von der Entstehungsgeschichte, über Personen und Persönlichkeiten, die das Leben mitgeprägt und gestaltet haben. "Mit Begeisterung, Leidenschaft und großem Interesse widmete ich meine Arbeit dem kulturellen, politischen und kirchlichen Leben im Dorf." Die Verbundenheit zu den Menschen spricht aus jedem Satz. Fotografien geben einen kleinen Leitfaden für geschichtliche Hintergründe. Nahezu alle Fotos hat er selbst geschossen und dabei ganz nebenbei historische Bildstöcke, Wegkreuze und Denkmäler von Wildwuchs befreit –­ dabei kam eine Zahnbürste zum Einsatz, um Schriften wieder lesbar zu machen.

"Das Bergdorf kann auf eine interessante und kulturhistorische Vergangenheit zurückblicken und auch sehr stolz darauf sein." Auch Schweighausener kommen in der Chronik zu Wort, zudem erklärt Göppert Redewendungen und Wörter des heimischen Dialekts. Wer darin blättert, gewinnt einen Einblick in eine Dorfgemeinschaft, wie sie in Schweighausen seit mehr als 800 Jahren gepflegt wird.

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