Schuttertal Schweighausens Ortshistorie wird lebendig

Das Festwochenende zum 800-Jährigen hat nicht nur sehr gute Unterhaltung, sondern auch viele Infos zur Ortshistorie geboten. Dabei war die Ausstellung in der Bergdorfhalle eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung.

Schweighausen. Viele Interessierte ließen sich die einmalige Gelegenheit nicht nehmen, die Dorfausstellung zu besuchen. Engagierte Bürger hatten in zahlreichen Arbeitsstunden wertvolle Sammlerstücke aus früheren Zeiten aufgebaut­ – Fotos, Holzschnitte, Dokumente, Werkzeuge, Kleidung, Trachten, Bücher oder Uniformen. Bürgermeister Carsten Gabbert gab vor der Ausstellungseröffnung am Pfingstsonntag vor der Bergdorfhalle einen Überblick, was die Besucher erwarten wird. Er dankte allen Ausstellern, Organisatoren und Helfern für ihre Arbeit.

In der Halle konnte man sich auf vielen anschaulichen Tafeln einen Überblick über die Geschichte der Stammhöfe und Bauernhöfe in Schweighausen verschaffen. In chronologischer Reihenfolge erfuhren die Gäste alles Wissenswerte, etwa die Namen der Hofbesitzer, wann der Hof erbaut wurde oder welche Besonderheiten es in seiner Geschichte gab. Weitere Fotos zeigten eindrucksvoll, wie früher Handwerker, etwa Zimmermänner oder Schreiner, arbeiteten.

Hermann Göppert und Otto Himmelsbach stellten viele bedeutsame zeitgeschichtlichen Dokumente, Fotos, Postkarten und Bücher aus. Trachten und Uniformen zeigte Fischerkleidung. Auch die einzigartigen Arbeiten zum Thema Tracht des Fotokünstlers Sebastian Wöhrle stachen ins Auge. Hermann Göppert hat eine Ortschronik "800 Jahre Schweighausen 1210 bis 2019" verfasst, die bei der Ausstellung zur Ansicht auslag. Die Historiker Andreas Göppert und Gerhard Finkbeiner hatten mit ihren geschriebenen und gesammelten Werken sehr viel zur Orts- und Familiengeschichte von Schweighausen sowie zu Themen wie der kirchengeschichtlichen Entwicklung, der Schulgeschichte oder der Land- und Forstwirtschaft beigetragen.

Herbert Motz aus Ringsheim stellte beeindruckende Holzdrucke aus dem Finkbeiner-Archiv aus. Franz Kaspar zeigte viele Fotos in selbstgefertigten Holzbilderrahmen. Außerdem gab es historische Filme zu sehen, die Ludwig Göppert vorbereitet hatte. Ronja und Madita Wenglein zeigten, wie man Tierfelle in traditioneller Art und Weise aufbereitet. Hinter der Halle präsentierten Josef Singler und Albert Fehrenbacher Schreinerhandwerk und Zimmermannskunst aus früheren Zeiten.

Alle Aussteller hatten sich große Mühe gegeben. Sie zeigten eine sehr gelungene Dorfausstellung, die die Vergangenheit wieder lebendig und begreifbar werden ließ.

Sehr interessant und anrührend waren die Auftritte der ehemaligen Heimat- und Volkstanzgruppe Schweighausen, die für das Jubiläum wieder zusammengefunden hat. Die Gruppe präsentierte bei der Dorfausstellung bäuerliche Arbeitskleidung und erinnerte musikalisch an die Arbeit am Spinnrad, das Dreschen oder Sensen. Die Mitglieder hatten auch alte Heimatlieder einstudiert, die sie unter musikalischer Begleitung von Handorgelspieler Herbert Allgaier sangen: "Im schönen Schuttertal, wo meine Wiege stand, da ist mein Heimatland!"

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